Hoher Benzinpreis „gefällt mir nicht“
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Bürger sehen rot, wenn sie trotz der hohen Preise tanken müssen.
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Dieser Meinung sind offenbar viele Deutsche, denn die Zahl der Teilnehmer an der Aktion steigt stetig. Doch welche Auswirkungen hat das für die Tankstellen? Müssen die Pächter ernsthaft um ihren Umsatz fürchten? Nachdem Andy Adam bei Facebook zu einem deutschlandweiten Tankboykott aufgerufen hatte, meldeten sich innerhalb kurzer Zeit Millionen Deutsche, die an der Aktion „Tankfreier Tag am 1. März“ teilnehmen wollten. Doch dann kam es überraschend zum Abbruch. Veranstalter Andy Adam blies die Aktion ab. Er bekam Schwierigkeiten, sein Auto wurde zerkratzt, unfreundliche Nachrichten erreichten sein Facebook-Profil. Doch der Protest im sozialen Netzwerk verstummte nicht.

Ein anderer Nutzer rief dazu auf, den Tankboykott, nun erweitert auf den Zeitraum vom 1. bis zum 4.März, umzusetzen. „Wir müssen auf unsere Wut aufmerksam machen und uns irgendwie wehren, sonst werden die Benzinpreise niemals sinken“, findet auch Unterstützerin Melanie Acosta-Blume beim Blick auf die Kraftstoffpreise einer Beckumer Tankstelle. Sie möchte die vier tankfreien Tage ohne Kompromiss durchziehen, in der Hoffnung, einen Denkanstoß zu setzen. „Ich bin beruflich auf mein Auto angewiesen, und dazu gezwungen, die horrenden Preise zu zahlen“, erklärt sie weiter.

Auch Richard Niehaus, Inhaber der Esso-Station in Beckum, kann die Autofahrer verstehen, die sich gegen die hohen Spritpreise wehren wollen: „Ich sehe es ein, doch wir können nichts machen“, erklärt er. „Der Staat müsste die Steuern senken, dann wären die Preise geringer“. Um seinen Umsatz fürchtet Richard Niehaus nicht: „Das meiste verdienen wir durch die Kfz-Werkstatt und den Verkauf von Waren.“ Um beim Tanken Geld effektiv sparen zu können, hat er zwei Tipps parat: Den „günstigen Montag“ gebe es zwar nicht mehr, die Preise seien an allen Tagen der Woche in etwa gleich hoch. Doch wer am Abend tanke, bezahle häufig weniger, da die Preise im Laufe des Tages bröckeln. Außerdem meint Niehaus, dass es sich für Autofahrer lohne, sich genau darüber zu informieren, ob ihr Auto das preiswertere Super E10 verträgt. „Etwa 90 Prozent dürften es tanken, nur 50 Prozent machen es auch“, stellt er fest. Ob beim Fachhändler, im Internet oder an den Tankstellen – Auskunft darüber, ob das eigene Auto den neuen Kraftstoff verträgt, könne jeder schnell bekommen.

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