Im VHS-Foyer wartet eine Mini-Bücherei
Bild: Wessel
Die Miniatur-Bibliothek immer im Blick haben die VHS-Mitarbeiterinnnen Ute De Marco (v. l.) und Patricia Wenning. Sie schaffen zuweilen Ordnung und sortieren bei Bedarf auch schon einmal aus.
Bild: Wessel

 „Man kann auch Bücher von Zuhause herbringen, wenn man mal ausgemistet hat“, erklärt VHS-Leiterin Christa Paschert-Engelke. Geld kostet die Nutzung des offenen Bücherschranks nicht und auch eine Anmeldung ist nicht nötig. Wer auf der Suche nach neuem Lesestoff ist oder das heimisches Bücherregal entrümpelt hat und ein paar Wälzer spendieren möchte, hat während der VHS-Öffnungszeiten freien Zugang zum Schrank.

Neu ist die kleine Literatur-Tauschbörse an der Antoniusstraße nicht. „Das gab es gewissermaßen schon im alten Gebäude, erzählt Paschert-Engelke, und lacht. Denn: Am Paterweg teilten sich die Bücher zwei Fensterbänke. Da bietet der Schrank der früheren Antoniusschule mehr Platz. Hinter seinen Glastüren reihen sich derzeit mehr als hundert Bücher auf, „Die Firma“, „Bambi und seine Freunde“ oder ein ADAC-Atlas. Lektüre unterschiedlichster Genres findet ihren Weg in den Schrank. Viel Einfluss nehmen die VHS-Mitarbeiter darauf nicht. „Der Schrank führt mehr oder weniger ein Eigenleben“, sagt die VHS-Leiterin. Man achte jedoch darauf, dass kein anstößiges Material aufkreuzt.

Einige Kuriositäten sind Patricia Wenning und Ute De Marco aus der VHS-Verwaltung allerdings schon durch die Hände gegangen. „Hier standen auch schonmal fünf Gebetsbücher in einer fremden Sprache“, sagt Wenning, die gemeinsam mit ihrer Kollegin ein wachsames Auge auf die kleine Tauschbörse hat. Die fünf Exoten haben schnell einen neuen Besitzer gefunden. Doch finden Besucher zwischen Kinderbüchern, Enzyklopädien und Romanen derzeit wieder einige geistliche Bände in dem Schrank, ein Messbuch von 1912 etwa. In geschwungenen Buchstaben hat der einstige Besitzer seinen Namen in den Band mit den kunstvollen Bildern geschrieben. Dass jemand dieses Werk ausgemistet hat, ist eigentlich nur schwer zu glauben.

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