Jungen Menschen wird gebündelt geholfen
Bild: Krogmeier
Die Kooperationsvereinbarung zur Jugendberufsagentur ist unterzeichnet. Über den Start in Beckum freuten sich  (v. l.) Landrat Dr. Olaf Gericke, Martina Laufkötter, Petra Schreier, Herbert Essmeier und Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann.
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Mit dieser Jugendberufsagentur beschreiten die beteiligten Partner neue Wege, um jungen Menschen, die im Alter unter 25 Jahren sind und Leistungen nach dem SGB II beziehen, unter einem Dach zu beraten und ihnen erfolgsversprechende Zukunftswege aufzuzeigen. Zur Umsetzung dieses Ziels arbeiten die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, das Jobcenter Kreis Warendorf, das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien des Kreises Warendorf sowie das Jugendamt der Stadt Beckum noch enger zusammen.

Nach dem Vorbild der Städte Ahlen und Warendorf gibt es jetzt auch in der Püttstadt diese Jugendberufsagentur, für die Landrat Dr. Olaf Gericke, Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann und Martina Laufkötter (Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit im Kreis Warendorf) den entsprechenden Vertrag unterzeichneten.

„Die Zukunft der jungen Menschen liegt uns am Herzen“, begrüßte Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann die jetzt noch bessere Zusammenarbeit. „Wir freuen uns, dass die Jugendlichen jetzt kürzere Wege zu einer umfassenden Beratung und Betreuung auf dem Weg zu einer Ausbildung haben.“ Die enge Zusammenarbeit der an der Jugendberufsagentur beteiligten Ämter sei daher nur zu begrüßen.

Als einer der ersten Flächenkreise Deutschlands hatte der Kreis Warendorf eine solche Jugendberufsagentur eingeführt, zunächst im Vorjahr zum Start in Ahlen und Warendorf, jetzt auch in Beckum. Mit Oelde soll im weiteren Verlauf ein vierter Standort auf Kreisebene dazukommen.

Ausbildungsplatzsuche gemeinsam fördern

Wie funktioniert nun diese Jugendberufsagentur in der Praxis? Künftig werden an der wichtigen Schnittstelle zwischen Schule und Beruf die Ausbildungsvermittler des Jobcenters und die Berufsberater der Arbeitsagentur gemeinsam die bis 25-jährigen Jugendlichen aus dem SGB-II-Bereich gemeinsam im Jobcenter in Beckum beraten. Bei Bedarf können auch Mitarbeiter des Jugendamts und Schulsozialarbeiter hinzugezogen werden.

Hilfe erfahren die jungen Menschen in allen Fragen rund um die Berufswahl und -vorbereitung sowie bei schulischen und familiären Problemen. Und dazu müssen jetzt nicht mehr mehrere Dienststellen aufgesucht werden. Interessierte Jugendliche erhalten bei ihrem Ausbildungsvermittler im Jobcenter einen Beratungstermin oder können auch ohne Termin in der alle vier Wochen stattfindenden offenen Sprechstunde erscheinen.

„Eine Berufsausbildung ist einer der wichtigsten Bausteine für ein Leben ohne Hartz IV“, machte Jobcenter-Leiterin Petra Schreier die Wichtigkeit des Angebots deutlich. Sie wies auch darauf hin, dass heute jede vierte Ausbildung abgebrochen werde. Künftig sollen regelmäßige Sprechstunden und alle sechs Wochen gemeinsame Fallbesprechungen alle Beteiligten zusammenführen.

„Die Jugendberufsagentur ist ein Beitrag zur sozialen Prävention“, stellte Landrat Dr. Olaf Gericke fest. Wenn man rechtzeitig Jugendliche und Schulsozialarbeiter bei schulischen oder sozialen Problemen einbeziehe, könne man spätere Fehlentwicklungen vermeiden. Der Landrat wies auch darauf hin, dass allein in Beckum in diesem Sommer 118 Jugendliche, die in SGB-II-Bedarfsgemeinschaften leben, die Schule verlassen. „Sie benötigen unsere Hilfe bei der Ausbildungsplatzsuche“, führte Gericke aus. Hinzu komme, dass in Beckum mehr als die Hälfte der 20- bis 25-jährigen Leistungsberechtigten keine abgeschlossene Berufsausbildung habe.

Die Jugendberufsagentur ist in Beckum im Jobcenter, Alleestraße 72-72, untergebracht.

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