Keine Barrikaden beim Straßenkarneval
Die Verwaltung der Stadt Beckum hat sich dazu entschlossen, beim Straßenkarneval in Beckum keine speziellen Maßnahmen zur Terrorabwehr durchzuführen. Im Gespräch waren unter anderem Barrikaden zur Verhütung von Lkw-Attacken.

Liekenbröcker bezog sich auf eine Sitzung des Verwaltungsvorstands, der das Thema unter Leitung von Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann am Montag ausführlich beraten habe.

Bei der Entscheidung gegen Barrikaden zur Verhütung von Lkw-Attacken, etwa im Bereich Neubeckumer-, Lippborger- oder Stromberger Straße, ließ sich die Verwaltungsspitze von der Einschätzung durch Polizei und Innenministerium leiten, wonach gegenwärtig „keine konkrete, sondern allenfalls eine abstrakte Gefahrenlage“ erkennbar sei. Das, so erklärte Liekenbröcker, bedeute natürlich nicht, dass eine allgemeine Gefährdung auszuschließen sei. „Hundertprozentige Sicherheit kann es nicht geben“, gibt der Fachbereichsleiter zu bedenken.

Die im Verwaltungsvorstand diskutierte Option, Lkw-Blockaden an den Einfallstraßen zu errichten, wurde nach seinen Worten unter anderem auch deswegen verworfen, weil derartige Barrieren nicht bei allen denkbaren Anschlagszenarien Wirkung zeigen würden. Dazu kommt laut Liekenbröcker, dass in Beckum ja keineswegs nur der Rosenmontagszug, sondern auch die Umzüge zu Weiberfastnacht und beim Kinderkarneval viele Zuschauer ins Freie lockten. Eine Abschottung aller Veranstaltungsbereiche in einem Maß, dass Attentate wie das vom Berliner Breitscheidplatz verhindert würden, wäre kaum möglich. Wie bei allen Großveranstaltungen müssen die verantwortlichen Organisatoren auch im Karneval ein Sicherheitskonzept aufstellen.

Das liegt seit einigen Jahren vor, wie Elmar Liekenbröcker erklärt. Anders als direkt nach der Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg muss das von den Beteiligten unter Mitwirkung von Polizei, THW und Rettungsdiensten erarbeitete Konzept nur der Stadt, aber keiner übergeordneten Behörde mehr zur Genehmigung vorgelegt werden.

Die Entscheidung gegen Barrikaden, so machte Liekenbröcker abschließend deutlich, gilt nach heutigem Stand. Eine kurzfristige Änderung vor Rosenmontag sei denkbar.

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