Kneipenkultur erleben und genießen
 Bild: Eggert
Prost: Bei gutem Biergartenwetter luden drei Traditionskneipen der Stadt Beckum die Gruppe bei ihrem Rundgang in Sachen „Kneipenkultur“ zum Verweilen ein.
 Bild: Eggert

 „Ich habe mir das Konzept für diese Führung überlegt und ausgearbeitet und gehe mit Ihnen nun zum ersten Mal auf diesen Rundgang“, führte Stephanie Wellerdiek in ihr Thema ein. Als Erstes gab sie auf dem Marktplatz, dem Anfangspunkt der Führung, einen Rückblick bis tief in Beckums Vergangenheit. In eine Zeit, als es in der Stadt noch 32 Zementfabriken und ebenso viele Kornbrennereien gab. Das war eine Zeit, als auf 100 Einwohner Beckums eine Gastwirtschaft kam. Ein Verhältnis, das die Stadt zu einem Ort mit der höchsten Kneipendichte in Deutschland machte.

Die Zahl der Zementfabriken beträgt heute nur noch zwei. Und auch die Zahl der Brennereien schmolz auf zwei. Wieder eine Übereinstimmung. 15 Brauereien versorgten bis zum Zweiten Weltkrieg durstige Kehlen mit dem Gerstensaft. Das Wasser dazu wurde der Werse entnommen. Das Deutsche Reinheitsgebot griff zu diesen Zeiten noch nicht. Stattdessen mahnte der Stadtdiener: „Dass niemand in die Bäche macht, denn morgen wird gebraut.“

Bei gutem Biergartenwetter führte Stephanie Wellerdiek ihre Gruppe vom Markt aus auf kurzen Wegen zu drei Beckumer Traditionskneipen: Zuerst zum „Pulverschoppen“, in dem in vergangenen Zeiten der Verkauf von Schwarzpulver schon bald mit dem Ausschank von Getränken verbunden wurde. Von da ging es in den „Westfälischen Hof“, früher eine Sattlerei und Polsterei. Und schließlich hinüber ins Brauhaus „Stiefel“-Jürgens, der ältesten privaten Brauerei Westfalens. Diese Führung durch Beckums Kneipenkultur steht als öffentliche Veranstaltung nicht zu zum letzten Mal auf dem Programm. Sie ist auch als Führung nach Voranmeldung für Gruppen buchbar.

Weitere Infos: www.beckum.de/stadtfuehrungen

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