Kolpinghaus wird zur Box-Arena
Bild: Wegener
Konzentriert arbeitet Engin Gül beim Training auf den Kampf am 2. Juni im Kolpinghaus hin. Sparringspartner ist Vater, Trainer und Manager Tuncay Gül.
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Schon mancher Passant hat sich in den vergangenen Tagen angesichts der Ankündigungsplakate die Augen gerieben. Denn als Boxarena ist der Kolpinghaus-Saal bisher weniger bekannt. Wenn Engin Gül dort gegen seinen Herausforderer Benjamin Ashley aus Ghana antritt, geht es um einiges. Denn Engin wird bei der World Boxing Union (WBU) nicht nur als Neunter der internationalen Rangliste im Leichtgewicht, sondern auch als amtierender WBU-Juniorenweltmeister seiner Gewichtsklasse geführt.

 Trainiert und gemanagt wird der junge Profi, der in wenigen Tagen seinen 17. Geburtstag feiert, durch seinen Vater Tuncay. Der ist kampfsporterfahren, hat in der 80er-Jahren beim TV Beckum mit Taekwon-Do angefangen und sich später auf Thai-Boxen und Boxen verlegt. Seit 2001 arbeitet er als Trainer und hat die Karriere seines Sohnes aktiv begleitet. Der wurde als Amateur 2009 Deutscher Vizemeister bei den Kadetten, wechselte Anfang vergangenen Jahres zu den Profis. Mit Sondergenehmigung, wie sein Vater berichtet. Denn eigentlich ist der Schritt ins Profilager Volljährigen vorbehalten.

Trainiert für den hochoffiziellen Beckumer Kampf wird etwa 18 Stunden pro Woche, wie Engin Gül berichtet. Die Turnhallen der Sonnen- und der Overbergschule stehen seit Anfang des Jahres zur Verfügung. Ein Entgegenkonmmen, für das Tuncay Gül der Stadt Beckum dankbar ist. Er plant bereits die Gründung eines Boxvereins mit nicht nur sportlicher Zielsetzung. Er will Jugendliche von der Straße holen, ihnen den fairen Wettstreit und kontrollierten Umgang mit Aggressionen nahebringen.

 Zunächst einmal aber konzentrieren sich Vater und Sohn ganz auf den nächsten großen Kampf. Der soll auch dazu dienen, den talentierten Nachwuchsboxer in seiner Heimatstadt bekannter zu machen. Auf 250, vielleicht sogar 300 Besucher hofft Tuncay Gül, wenn „Prince Engin“ am 2. Juni die Handschuhe schnürt und sich daran macht, seinen Titel gegen den ebenfalls sportlich sehr erfolgreichen

Dass sich das Kolpinghaus in eine Boxarena verwandeln lässt, steht für Tuncay Gül außer Frage. Eineinhalb Stunden Arbeit, so schätzt er, dauert es, bis der 50 Quadratmeter große Ring aufgebaut ist. Wenn am 2. Juni die Fäuste fliegen, geht es hochoffiziell zu. Der über die WBU arrangierte Kampf findet unter der Aufsicht der German Boxing Association (GBA) als einem von zwei nationalen Verbänden statt. Die GBA stellt Ring- und Punktrichter, achtet auch ansonsten darauf, dass alles streng regelgerecht abläuft. Das offizielle Wiegen der Kontrahenden gehört natürlich auch dazu. Das wird bei Opel Zumbült stattfinden.

Um die gesamte sonstige Organisation von der VIP-Betreuung bis zum Catering kümmert sich Promoter Raffael Paz, ein ehemaliger Schüler von Trainer Tuncay Gül. Beide hoffen darauf, in Beckum echte Werbung für den Boxsport betreiben zu können. Und natürlich Engin Gül als Sieger zu sehen.

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