Kraftwerk-Verluste keine Gefahr für EVB
Bauverzögerungen und Verlustwarnungen belasten das „Gekko“-Projekt in Uentrop.

Sowohl die Bauverzögerungen und die damit verbundenen Kostensteigeruingen als auch aktuelle Verlustwarnungen bezüglich der Vermarktung von Steinkohle-Strom bereitet dem Beckumer Unternehmen Kopfzerbrechen. Denn die EVB ist mit einem Anteil von 0,196 Prozent an dem Projekt „Gekko“ beteiligt. Wie mehr als 30 andere regionale Energieversorger auch.

Einer negativen Prognose der Wirtschaftlichkeit, wie diese Woche in Medienberichten thematisiert, hält Koch entgegen, dass die Investition in das Kraftwerk auf langfristige Rentabilität angelegt sei. „Nach 20 Jahren können wir sehen, was dabei herausgekommen ist“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende. Er betont, dass es selbst bei einem höchst unwahrscheinlichen Totalausfall der Erträge aus dem Betrieb zu keiner wirtschaftlichen Gefährdung der EVB käme. Außerdem verweist er darauf, dass die rechtlichen Voraussetzungen für den Betrieb von Kraftwerken zur Sicherung der Grundlastkapazität momentan unklar seien und eine verlässliche Vorhersage über die künftigen Marktbedingungen kaum möglich erscheine. Bezüglich der Bauverzögerungen spricht Koch von einem Ärgernis.

EVB-Geschäftsführerin Dr. Marion Kapsa konkretisiert in einer Presseerklärung: „Es ist richtig, dass das Kohlekraftwerk in Hamm-Uentrop bereits Anfang 2012 die ersten Kilowattstunden hätte liefern sollen.“ Aber schon sehr frühzeitig seien die Beteiligten informiert worden, dass dieses Projekt mit einer zeitlichen Verzögerung von rund zwei Jahren realisiert würde. Die damaligen Probleme seien mittlerweile bereinigt, alle Beteiligten gingen davon aus, dass der erste Strom Anfang 2014 in das Stromnetz eingespeist werden könne.

 Kapsa bestätigt, dass die „Mehrinvestitionen, die bei so bedeutenden Bauprojekten entstehen können, in diesem Fall von rund zehn Prozent, entsprechend dem Beteiligungsschlüssel umgewälzt“ werden. Sie unterstreicht, dass modernste Kohlekraftwerke wichtig sind, um die Energiewende voranzubringen. Das Kohlekraftwerk in Hamm mit einer Erzeugungsleistung von 800 Megawatt Strom mache es möglich, dass je nach Verfügbarkeit von regenerativen Energien die Produktion gedrosselt oder gesteigert werden kann.

SOCIAL BOOKMARKS