Krankenhaus ist auf einem gutem Weg
Bild: Krogmeier
Sichere Rahmenbedingungen und Finanzierungen für die Krankenhäuser in Deutschland forderten (v. l.) Pflegedirektor Michael Blank, Martin Mütherich, Regionalgeschäftsführer Burkhard Nolte, CDU-Bundestagsabgeordneter Reinhold Sendker, Stellvertretende Bürgermeisterin Resi Gerwing, Verwaltungsdirektor Dr. Jan Deitmer und Ärztlicher Direktor Dr. Thomas Weber.
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Bei einem Besuch im Beckumer St.-Elisabeth-Hospital stellte Sendker am Dienstag auch klar, dass der Staat weiterhin seine Unterstützung geben müsse.

Die finanzielle Lage der heimischen Krankenhäuser und die kritische Situation in der Krankenpflege, das waren zwei der Punkte, die gestern in der Diskussion standen. Zuvor hatten sich Sendker und seine Begleiter, die stellvertretende Bürgermeisterin Resi Gerwing und Martin Mütherich, die neu gestalteten Räume des heimischen Krankenhauses angesehen. Sie zeigten sich vom im Vorjahr umgebauten Eingangsbereich und der Umstellung der Krankenhaus-Organisation auf ein zentrales Aufnahmesystem beeindruckt.

Aber hier ist noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. „Nach der Umstrukturierung des Erdgeschosses sollen in den kommenden Jahren die Stationen und Funktionsbereiche mit neuen Konzepten weiter verbessert werden“, erläuterte Verwaltungsdirektor Dr. Jan Deitmar.

Dabei kämpft das Beckumer Hospital wie alle anderen Krankenhäuser im Land Nordrhein-Westfalen mit der unzureichenden Finanzierung durch das Land NRW. „Wir erhalten über die Baupauschale für Investitionen nur rund 300 000 Euro pro Jahr“, führte Regionalgeschäftsführer Burkhard Nolte aus, „die Sanierung nur einer Station kostet aber schon rund eine Million Euro.“ Nolte sah die Lage wenig optimistisch: „Es ist keine bessere Entwicklung in Sicht, das Land NRW hat mit Platz 16 die rote Laterne bei der Förderung der Krankenhäuser.“

1,1 Milliarden Euro fließen über ein Hilfspaket vom Bund

Die Kosten-Erlös Schere geht bei den deutschen Krankenhäusern immer weiter auseinander, das zeigen die vorliegenden Zahlen. So steigen die Kosten in diesem Jahr um voraussichtlich fünf Prozent, während die von den Krankenkassen kommenden Erlöse bei nur zwei Prozent gedeckelt sind. „Wir wollen der Politik bewusst machen, dass die Kliniken drohen, ins Minus zu rutschen“, erläuterte Dr. Jan Deitmar im Gespräch mit Reinhold Sendker. Problematisch sei, dass die Kliniken auf Kosten für Energie, Haftpflicht- und Lohnsteigerungen keinen Einfluss hätten.

„Der Bund wird in der Krankenhausfinanzierung bleiben“, versprach Sendker und verwies auf das auf zwei Jahre von der Bundesregierung aufgelegte Hilfspaket für die etwa 2000 Krankenhäuser in Deutschland. „In diesem Jahr fließen 415 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt an die Krankenhäuser, in 2014 sind es noch einmal 690 Millionen Euro“, stellte der Bundestagsabgeordnete fest. Dieser Vergütungszuschlag könne aber für die Krankenhausleitungen lediglich ein Trostpflaster sein: „Wir benötigen langfristig sichere Rahmenbedingungen.“

„Wir erwarten auskömmliche Fallpauschalen, die nicht künstlich gedeckelt werden“, forderte Pflegedirektor Michael Blank von der Politik. Er kritisierte zudem, dass beim derzeitigen Abrechnungssystem Krankenhäuser mit komplexen Behandlungsfällen und kurzer Patienten-Verweildauer gewonnen hätten.

„Was aber machen die Häuser, die leichtere Fälle behandeln“, stellte der Ärztliche Direktor Dr. Thomas Weber stellvertretend für die Akutkrankenhäuser im ländlichen Bereich die unbeantwortete Frage.

Einig waren sich die Gesprächspartner darin, dass die Bundesländer ihren Aufgaben bestehend aus Krankenhausplanung und -investition zurzeit nicht nachkommen. Besonders schlecht sei es da um Nordrhein-Westfalen bestellt, machten die Verantwortlichen deutlich. „NRW ist seit Jahren das Schlusslicht bei der Investitionsförderung“, stellte Burkhard Nolte fest.

Die Gäste informierten sich zudem über die geriatrische Station des St.-Elisabeth-Hospitals, die Anfang des Jahres zusätzlich in Betrieb genommen worden ist und das Angebot an geriatrischen Leistungen im Kreis Warendorf ergänzt. „Wir müssen unser Krankenhaus vor Ort erhalten, denn hier wird hervorragende Arbeit geleistet“, zog Resi Gerwing ein lokales Fazit, „wir brauchen unser Elisabeth-Hospital in Beckum.“

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