Kreis richtet in Beckum Notunterkunft ein

Die Regenbogenschule in Beckum soll kurzfristig bis zu 75 Flüchtlingen eine Unterkunft bieten.

Das teilte der kreis Warendorf am Donnerstag mit. Er reagiert damit auf einen dringenden Hilferuf des Landes. Das NRW-Innenministerium erwartet in diesem Jahr bis zu 100.000 Flüchtlinge im Bundesland. Die Kapazitäten in den zentralen Unterbringungseinrichtungen sind aber voll.

Allein im Regierungsbezirk Münster werden kurzfristig 800 Plätze benötigt. Die kreisfreien Städte und Kreise wurden deshalb aufgefordert, bei der drohenden Obdachlosigkeit der Flüchtlinge das Land zu unterstützen.

„Wir haben kurzfristig entschieden, die in Trägerschaft des Kreises befindliche, leerstehende Regenbogenschule zur Unterbringung von Flüchtlingen ab dem 10.07. bis längstens zum Ende der Sommerferien anzubieten“, erklärte Landrat Dr. Olaf Gericke.

Ehrenamtlichen Helfern Zeit geben

Auch Beckums Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann zeigte Verständnis für die Situation. Ralf Holtstiege, Leiter des Kreisordnungsamts, bei dem die organisatorischen Fäden zusammenlaufen, ergänzt: „Wir werden darum bitten, dass die Ankunft der Flüchtlinge am 10.07. in späten Nachmittags- oder den Abendstunden erfolgt, um die Abläufe für die Arbeitgeber der ehrenamtlichen Helfer so verträglich wie möglich zu gestalten.“

In enger Zusammenarbeit zwischen Kreis, Stadt Beckum und verschiedenen Hilfsorganisationen werden zurzeit die organisatorischen Vorbereitungen getroffen, um für die Aufnahme der Flüchtlinge bereit zu sein. Unter anderem müssen 75 Betten sowie weiteres Mobiliar aufgestellt werden. Toilettenwagen und Duschcontainer sollen auf dem Schulhof die sanitären Anlagen der Schule ergänzen. Rund um die Uhr wird ein Sicherheitsdienst vor Ort sein, auch die Polizei wird die Umgebung verstärkt bestreifen.

Deutsche Rote Kreuz und Malteser Hilfsdienst betreuen zunächst

Die notwendige Betreuung der Flüchtlinge stellen zunächst das Deutsche Rote Kreuz und Malteser Hilfsdienst sicher, danach übernehmen Kräfte der Kreisverwaltung die Betreuung. Landrat Dr. Olaf Gericke dankt schon jetzt allen Beteiligten, insbesondere den ehrenamtlichen Helfern und auch der Stadt Beckum, für ihren Einsatz und ihre spontane Bereitschaft, zu helfen.

Einige kritische Worte richtet er in Richtung der Landesregierung: „Natürlich ist auch der Kreis Warendorf bereit, in einer solchen Situation wieder einmal zu helfen. Allerdings ist die Problematik schon seit längerem bekannt, so dass das Land schon längst die eigenen Liegenschaften und Einrichtungen intensiver in die Überlegungen hätte mit einbeziehen können und müssen.“

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