Kreisverkehr erhält Riesenschwert
Präzise nach dem Originalvorbild arbeitet Paul Tönnißen die Ornamente am Zierknauf heraus. Im Vordergrund die Keramik-Gussform.

Die allerdings dient rein friedlichen Zwecken. Gemäß Ratsbeschluss von vor zwei Jahren wird eine Nachbildung des Ringknaufschwerts aus dem 1959 entdeckten Beckumer Fürstengrab demnächst den Kreisverkehrsplatz am Ortsausgang der Hammer Straße zieren. Nur einen Steinwurf entfernt von der denkwürdigen Ausgrabungsstelle dreier Gräber, die seinerzeit einem sächsischen Fürsten und seinem Gefolge zugeschrieben wurden.

Das Ringknaufschwert, das als Vorbild für die Kreisverkehr-Skulptur dient, gehörte zu den spektakulären Fundstücken aus dem Fürstengrab. Bereits 2009 keimte beim Heimatverein Beckum die Idee, es sozusagen als Wegweiser zu der ansonsten eher unauffälligen Fundstelle aufzustellen. Nachdem auch die Skeptiker in den Reihen der Kommunalpolitiker überzeugt waren, entwickelte Paul Tönnißen im Auftrag des Heimatvereins ein künstlerisches Konzept, das er gemeinsam mit Martin Grosse Lohmann in die Tat umsetzt.

Voraussichtlich im August soll das Fürstenschwert aufgestellt werden. In der Mitte des Kreisverkehrs wird es im Boden stecken, die etwa drei Meter lange Klinge aus Edelstahl wird dunkel gefärbt, um Verkehrsgefährdungen durch Reflektionen auszuschließen. Zwischen der „Parierstange“ und der Knaufplatte, jeweils oval und zweiteilig aus Bronze und Acryl gefertigt, findet sich der eigentliche Griff, ebenfalls aus Acryl. Dieses Material setzt Tönnißen für die Bauteile ein, die beim Original aus Knochen hergestellt waren. Den oberen Abschluss bildet der ziselierte Knauf aus glänzendem Edelstahl.

Den Sockel für die Skulptur sollen drei unbehauene Blöcke aus grünem Anröchter Sandstein bilden, die, korrespondierend zu den drei vorhandenen Eichen, an die drei gefundenen Grabstellen erinnern. Von der Verwendung heimischen Kalksteins bei der Gestaltung haben die Planer abgesehen, weil das Material sich nicht in großen Blöcken abbauen lässt.

Handwerkskunst ist gefragt bei der Produktion des außergewöhnlichen Denkmals. Insbesondere bei der Anfertigung des Zierknaufs, der zunächst in Holz angefertigt wurde. Dieses Modell diente seinerseits zur Herstellung der Gussform aus Keramik. Ein Kamerateam des Westfälischen Museums für Archäologie in Herne hat die vorbereitenden Arbeiten im April teilweise dokumentiert und den Original-Fundort aufgenommen.

Wie Heimatvereins-Vorsitzender Stefan Wittenbrink berichtet, wird nach Fertigstellung der Skulptur ein kurzer Filmbeitag erstellt, der in dem Herner Museum Bestandteil der Ausstellung der Beckumer fundstücke von 1959 werden soll.

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