Krise fordert Landwirtschaft heraus
Von Kontakten geprägt ist die Arbeit der Landwirte. In der Corona-Krise ist das ein Problem. Das Bild zeigt Benedikt (links) und Andreas Willenbrink bei der Kontrolle ihrer neu angekommenen Bullen.

„Auch für uns ist Abstand zu halten das Gebot der Stunde, um uns und andere zu schützen. Aber das erschwert unsere Arbeit auf den Höfen“, erklärt Benedikt Willenbrink. Dort gehen im Frühjahr normalerweise viele Menschen ein und aus. Zu ihnen zählen die Lkw-Fahrer, die Futter und Saatgut bringen, die eigenen Mitarbeiter, aber auch Lohnunternehmer, die bei den Ackerarbeiten helfen. „Wir nehmen diese Herausforderung wie alle anderen an und versuchen, das Beste daraus zu machen“, sagt Michael Tigges.

Sorge bereitet den heimischen Landwirten derzeit die Unsicherheit bei den Preisen für landwirtschaftliche Produkte, denn viele Preise für Erzeugnisse fallen, während die Futterpreise steigen. „Vor Engpässen bei der Lebensmittelversorgung braucht niemand Angst zu haben, denn bisher gab es auf den Höfen keine großen Produktionsausfälle wegen des Virus’“, betont Albert Plum.

Aufgrund der gestiegenen Temperaturen hat die Arbeit auf den Feldern begonnen. Dazu gehören Pflegemaßnahmen in den Wiesen und auch die Aussaat von Sommerkulturen. Gerade jetzt steht die Düngung an, denn für das Wachstum benötigen Getreide, Raps und auch die Wiesen dringend Nährstoffe. „Bei einigen Importwaren kommt es derzeit schon zu Engpässen. Das soll bei Lebensmitteln nicht passieren, und dafür arbeiten wir auch in den nächsten Wochen und Monaten weiter mit vollem Einsatz“, sagt Meinolf Tigges.

In den Augen der Beckumer Landwirte ist die Landwirtschaft in Deutschland gut und breit aufgestellt und kann die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln gewährleisten. Auch von vereinzelten Meldungen über einen angeblichen Streik der Landwirte bräuchten sich die Verbraucher nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. „In einer Situation wie dieser müssen wir als Bevölkerung Zusammenhalt beweisen, daher wird es keinen Streik der Landwirte geben“, betont der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Josef Schumacher. Somit sind auch keine Hamsterkäufe nötig, da genügend Lebensmittel zur Verfügung stehen.

Außerdem treffe der Mangel an Erntehelfern aufgrund der Corona-Pandemie viele Landwirte. „Auch wenn es uns in Beckum nicht direkt betrifft, fühlt man in solchen Situationen schon mit den Kollegen“, sagt Andreas Willenbrink. Viele Helfer, zum Beispiel für die Spargelernte, kommen aus Osteuropa und können derzeit nicht wie gewohnt einreisen. Doch mithilfe einer Regelung kann nun ein Teil der Helfer bei der Ernte dabei sein. „Das entspannt die Lage für die Berufskollegen mit Gemüseanbau immerhin etwas“, betont Pascal Plum. Die Beckumer Landwirte halten trotz Corona-Pandemie die Stellung und arbeiten weiter, um die Versorgung der Bevölkerung sicher zu stellen.

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