Linie 1: Premiere macht Lust auf mehr
Eine tolle Leistung bot das 18-köpfige Filou-Ensemble bei der Premiere der Revue „Linie 1“.

Linie 1, im Original vom Berliner Grips Theater 1986 inszeniert, eine Huldigung der Stadt Berlin? Nicht unbedingt. Die U-Bahnhöfe scheinen kalt. Neonlicht, Krächz-Stimmen aus Lautsprechern, Fahrgäste, die auf der Schattenseite des Lebens angesiedelt sind. Und doch, was die Ausreißerin aus dem Westen mit den fiktiven Vornamen erlebt, rührt nicht nur sie an. Denn die Stadt und ihre Bewohner zeigen Herz. Tun das in verschiedenen Versionen. Mal zum Lachen, mal zum Weinen, mal zum Träumen. Drastisches gleich neben romantischer Liebebeziehung.

Die 18 jungen Akteure boten dieses Kaleidoskop mit großer Hingabe, schlüpften in 60 verschiedene Rollen, zeigten unter der künstlerischen Leitung von Bianca Austermann und Kati Peterleweling als Produktionsleiterin eine Ensemble-Leistung, die in Erstaunen versetzte. Regelmäßige Besucher des Stadttheaters sind bei den „Filous“ inzwischen ein recht hohes Niveau gewohnt. Auch und gerade, wenn im Blick behalten wird, dass hier Amateure am Werk sind. Da war besonders die Qualität der Gesangseinlagen auffällig gut, die absolut begeistern konnten.

 In diesem Zusammenhang dürfen die musikalische Leitung des Güni Burchert und seine deutliche Handschrift nicht unerwähnt bleiben. Er ist neben anderen bei Filou ein Glücksfall für die verschiedendsten Produktionen der Kulturinitiative.

Die Produktion, zu der man alle, die daran beteiligt waren, nur beglückwünschen kann, entstand im Rahmen von „Provinz macht Theater“, einem vom Ministerium Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport und dem Kreis Warendorf geförderten Projekt. Auf Kreisebene beteiligen sich daran vier weitere Jugendbühnen. Für „Linie 1“ gibt es in Beckum weitere Aufführungstermine am 7., 8. und 27. Februar jeweils um 10 Uhr. Sie richten sich vor allem an die Schulen. Dazu kommen Abendvorstellungen am 24. Februar, 9. und 10. März jeweils um 20 Uhr.

Allen Freunden des Revuetheaters, die nicht zur Premiere kamen, kann einer dieser Termine nur empfohlen werden. Mehr als 200 Gäste der Uraufführung, die am Samstagabend das Ensemble mit lang anhaltendem stehenden Applaus verabschiedeten, können nicht irren.

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