Maisernte wie in den 1960er-Jahren
Bild: Himmel
Bei ohrenbetäubendem Lärm wurde der gehäckselte Mais auf den Schleppwagen von Frank Lütke Dörhoff geblasen. So wie in den 1960er-Jahren arbeiteten die Landwirte in der Bauerschaft Holter.
Bild: Himmel

Und das bis zu zwölf Reihen auf einmal und zwei bis zweieinhalb Hektar in der Stunde. Die technischen Meisterwerke erleichtern den Bauern die Arbeit ungemein. In den 1960er-Jahren sah das noch ganz anders aus. Mühsam und zeitaufwendig war es, die langen Maisähren abzuernten.

Zu sehen war dies am Sonntag auf einem Silomaisfeld in der Bauerschaft Holter. 15 Traktoren aus den 1950er- bis Mitte der 1970er-Jahren waren dort nahe dem Mackenberg mit Anhängern in Aktion. Die Landwirte, überwiegend aus Keitlinghausen angefahren, hatten bei herrlichem Sonnenschein so richtig Spaß. Zu nahe kommen durfte man den Landmaschinen allerdings nicht. Sonst drohte eine Maisdusche – vom ohrenbetäubenden Lärm, der zu erdulden war, mal ganz abgesehen. Aber man wurde mit lauter Raritäten im Blick auf eine Reise in die Vergangenheit geschickt. Unterstützt von wechselnden Partnern und deren Schleppern drehte Wolfgang Nordhues mit einem Häcksler von 1968 Runde um Runde. „1,5 Hektar sind zu bearbeiten“, berichtete Michael Plümpe im Gespräch mit der „Glocke“. Früher habe man teilweise einen ganzen Tag dafür benötigt. Der Mais sei flachgelegt worden und mit einem Schlaghäcksler bearbeitet und aufgesaugt worden, nachdem die Ähren abgeschnitten waren, ergänzte Josef Plümpe. Es sei eine Revolution gewesen, als in den 1960er-Jahren der Zweireiher entwickelt wurde. Noch mit Schlepperantrieb seien die Zwei- und Dreireiher in den 1970er-Jahren gezogen worden. Mit 70 PS kamen die Einreiher daher. Die heutigen Maschinen würden mit 800 Pferdestärken angetrieben.

An der Sammelstelle auf dem Hof Plümpe abgeliefert, wurde die Maissilage daraufhin verdichtet. „Luftdicht verpackt hält sie jahrelang“, zeigte Josef Plümpe auf eine rund fünf Meter hohe Halde. Nur der schlechte Mais komme in die Biogasanlage. Ansonsten würden seine Bullen damit gefüttert. „Die sind alle friedlich“, sagte der Landwirt im Ruhestand, als sich ein 780 Kilogramm schweres Tier nicht lange bitten ließ und ihm die Delikatesse aus der Hand schleckte.

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