Mehr offene Sonntage nicht gewünscht
Bild: Zwehn
Immer aufwändig: Das Begleitprogramm verkaufsoffener Sonntage, wie hier im Oktober in Beckum.
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 Für Uwe Denkert vom Stadtmarketing ist die Anzahl eigentlich angemessen. Mehr offene Sonntage sollten es nach seiner Meinung allerdings nicht sein, weil dafür die Stärke des örtlichen Handels in einem Mittelzentrum nicht ausreiche. Andererseits sollte laut Denkert auf die durch das Landesgesetz zur Regelung der Ladenöffnungszeiten eröffneten Möglichkeiten nicht verzichtet werden. „Die Sonntagstermine sind nach wie vor ein probates Mittel für die Attraktivierung der Standorte“, weiß der Stadtmarketing-Fachmann. „Sie bieten ganzen Familien die Chance zum gemeinsamen Einkauf und sie bringen Besucher von außerhalb.“

Bei allem Verständnis für hoch belastete Arbeitnehmer im Einzelhandel und die Verfechter der Sonntagsruhe wäre es „unrealistisch, den Sonntagseinkauf ganz zu verwehren“. Denn die Kunden stimmten mit den Füßen ab. Im Grundsatz weiß sich Denkert einig mit den beiden Gewerbevereinen – insbesondere auch, was die Festlegung der für Beckum und Neubeckum jeweils unterschiedlichen Termine betrifft. Eine Ausdehnung der Wochenend-Öffnungszeiten wird an beiden Standorten ablehnend beurteilt.

Wolfgang Immig vom Gewerbeverein Beckum glaubt nicht, dass mehr gewünscht wird. Und der Neubeckumer Gewerbevereins-Vorsitzende Erhard Kaup hielte es für sinnvoll zu überlegen, „ob man nicht auch mit drei Sonntagen im Jahr auskommt“. Zwar sei es für die Einzelhändler fraglos schön, die kompletten Familien im Geschäft zu begrüßen und dem Internet-Handel Paroli zu bieten, aber der immense Aufwand für ein attraktives Begleitprogramm lege doch Selbstbeschränkung nahe.

Neue Wege beschreitet der Gewerbeverein Beckum am nächsten Wochenende mit einem späten Adventssonntags-Einkaufstermin unter dem Motto „Endspurt“. Dieses Experiment am vierten Adventssonntag sieht Uwe Denkert mit Skepsis. Ihm wäre es deutlich lieber, wenn der verkaufsoffene Sonntag mit dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt gekoppelt würde. „Denn dann“, so sagt Denkert, „haben alle was davon.“

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