Melodien erklingen vom Glockenturm
Bild: Krogmeier
Die beiden Federführenden der Projektgruppe „Glockenspiel“: Mechthild Cappenberg und Kaplan Robert Winschuh probierten die Anlage am Donnerstag aus.
Bild: Krogmeier

Dieses Lied war am Donnerstag bei einem letzten Test des neuen computergesteuerten Glockenspiels zu hören. Seit gestern, dem Fest „Maria Himmelfahrt“, ertönt es mit verschiedenen Melodien zweimal an jedem Tag.

„Die letzten technischen Arbeiten konnten in den vergangenen Tagen abgeschlossen werden“, machten jetzt beim Probelauf im Turm von St. Stephanus Kaplan Robert Winschuh und Mechthild Cappenberg, die beiden Initiatoren der Projektgruppe „Glockenspiel“ im Gespräch mit der „Glocke“ deutlich. Die Installation der benötigten Magnethämmer, die elektrischen Arbeiten und die Inbetriebnahme des Steuerungscomputers haben jetzt das ehrgeizige Projekt vollendet, das ausschließlich mit Spendengeldern finanziert worden ist.

Zu einem letzten Test und zur Erläuterung der Funktionen waren auch Mitarbeiter der Glocken-Gießerei Petit & Gebrüder Edelhoff aus Gescher nach Beckum angereist. Von diesem Unternehmen waren auch die fünf neuen Glocken gegossen worden, mit denen das bestehende Geläut erweiter werden musste, um überhaupt Melodien spielen zu können. Und das am Donnerstag als erstes Lied „Happy Birthday“ erklang hatte einen guten Grund: Mitinitiatorin Mechthild Cappenberg feierte an diesem Tag ihren Geburtstag und freute sich über diesen besonderen Glückwunsch.

Lieder können mit Software direkt eingespielt werden

Das Glockenspiel im Turm der Propsteikirche St. Stephanus erklingt seit gestern mit wechselnden Melodien. Täglich um 11.45 Uhr und um 17.45 Uhr können sich Bürger und Gäste der Stadt auf dieses besondere musikalische Erlebnis freuen. Das ist jeweils eine Viertelstunde vor dem sogenannten „Angelus-Läuten“ um 12 Uhr und um 18 Uhr.

Zur Vorgeschichte: Im Jahr 2012 griff Kaplan Robert Winschuh eine Idee, die der damalige Beckumer Propst Johannes Mecking gehabt hatte, wieder auf. Die Idee, ein Glockenspiel zu schaffen, fand schnell große Zustimmung in der Püttstadt. Kirchenvorstand und Bistum stimmten zu, und viele großzügige und zweckgebundene Spenden gingen für das Projekt ein.

So konnten die fünf neuen Glocken, die für das Spiel benötigt wurden, am 18. Dezember 2013 in Gescher gegossen und am 16. März von Weihbischof Wilfried Theising geweiht werden. Mit diesen fünf neuen Glocken hängen nun insgesamt 17 Glocken im Kirchturm, von denen zwölf das Geläut bilden, das in vollem Umfang nur an Festtagen zu hören sein wird. Drei Glocken ergänzen die vorhandenen Töne, zwei sagen als sogenannte Uhrschlagglocken die Zeit an.

Bei den zwölf Glocken erzeugt jetzt ein sogenannter Magnethammer die Töne, wobei sich die Glocke selbst nicht bewegen. Ein Computer sorgt für die Tonfolge, und mit einer speziellen Software und einer Tastatur können Melodien selbst eingespielt werden. Daher werden künftig auch nicht nur bekannte Kirchenlieder erklingen, auch jahreszeitlich bezogenen Melodien werden gespielt, so zum Beispiel das Lied „Rumskedi, wie ist das Leben schön“, das bereits in diesem Jahr nach der Karnevalsmesse erklang.

„Ein Glockenspiel, bei dem Melodien mit den großen Turmglocken erzeugt werden, ist eine Besonderheit“, machte Kaplan Winschuh mit Freude über die Vollendung des Werks deutlich. Das Spiel werde Einheimische und Gäste gleichermaßen erfreuen und sei auch eine touristische Attraktion, die in Art und Umfang weit über die Grenzen des Münsterlands hinaus ihresgleichen suche.

Zu einem Dankeschön-Abend lädt die Propsteigemeinde für Samstag, 30. August, im Rahmen der Verabschiedung von Robert Winschuh alle Spender ein. Der Abend beginnt um 18 Uhr mit einem Gottesdienst in der Stephanus-Kirche, anschließend ist Gelegenheit zum Beisammensein im Pfarrheim.

Weitere Informationen unter www.stephanus-beckum.de.

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