Mennoniten-Gemeinde baut neues Zentrum
Bild: Krogmeier
Das neue Gemeindezentrum an der Neubeckumer Straße steht vor der Fertigstellung. Hier wird die Mennoniten-Gemeinde-Beckum ihr neues Zuhause beziehen. Das Gebäude bietet beste Voraussetzungen und soll Ende August eingeweiht werden.
Bild: Krogmeier

 Das neue Gemeindezentrum der Mennoniten-Gemeinde-Beckum steht vor der Vollendung und wird den rund 60 Gemeindemitgliedern ab Ende August eine neue Heimat geben.

Es ist ein großes Bauprojekt, das die Gemeinde aus eigener Kraft in Angriff genommen und mit großem Elan nach vorne gebracht hat. So wurden von den Gesamtkosten, die bei etwa 700 000 Euro liegen, etwa 80 Prozent in Eigenleistung erbracht. „Wir haben unser Gemeindezentrum ausschließlich durch eigene Spenden finanziert, wir haben keine Zuschüsse erhalten und auch kein Geld aufgenommen“, berichtet Pastor und Gemeindeleiter Hans Bergen im Gespräch mit der „Glocke“.

Gemeinsam hat man alle Hürden, die bei einem solch großen Bauprojekt vorhanden sind, überwunden. Und gemeinsam wird die Gemeinde nun in das Zentrum an der Neubeckumer Straße ziehen. „Wir sind dankbar für das freundliche und stressfreie Verhältnis zur Evangelischen Kirchengemeinde Beckum“, macht Bergen mit Blick auf die vergangenen Jahre deutlich. Bis jetzt trifft sich die Mennoniten-Gemeinde regelmäßig im evangelischen Gemeindehaus. Neben den Gemeindemitgliedern und den Kindern sowie regelmäßigen Besuchern waren es immer an die 100 Personen, die sich dort jeweils am Sonntag versammelten.

An diese Zeit denkt die Gemeinde zwar gerne zurück, noch größer ist hingegen die Freude auf das eigene Gemeindezentrum. Das soll Ende August zunächst bei einem Tag der offenen Tür vorgestellt und eine Woche später eingeweiht werden. Und bereits noch eine Woche später wird im knapp 190 Quadratmeter großen Gottesdienstraum ein Familiengottesdienst mit Kindersegnung gefeiert. Getauft werden die jungen Menschen übrigens erst „im mündigen Alter“, wenn sie sich mit etwa 16 Jahren persönlich dafür entscheiden. Dann werden sie auch vollwertige Gemeindemitglieder.

Eigenleistung ist das Fundament

Heute steht das Gemeindezentrum vor der Fertigstellung. Bis dahin jedoch war es ein weiter Weg. Nachdem die Mennoniten-Gemeinde am 18. Dezember 2012 den Kaufvertrag für das bis dahin städtische Grundstück unterzeichnet hatte und die Baugenehmigung vorlag, ging es im ersten Schritt an die Entkernung der auf dem Gelände stehenden alten Mehrfamilienhäuser. „Das hat mehr als ein halbes Jahr gedauert“, blickt Hans Bergen heute auf diese arbeitsreiche Zeit zurück.

Viele der Materialien, angefangen bei Dachbalken und Hölzern, wurden wiederverwendet. Die rund 140 Fenster baute man aus und stellte sie über Hilfsorganisationen Kinderheimen in Rumänien zur Verfügung.

Schließlich ging es an den Abriss der Häuser, wobei man die Wände zu Schotter verarbeitete. Auch den konnte man wiederverwenden. 80 Prozent aller Arbeiten erfolgten in Eigenleistung, 20 Prozent wurden durch beauftragte Firmen erledigt. „Wir haben ein großes Entgegenkommen bei den Firmen erlebt“, stellt Bergen heute mit Blick auf ein „sehr schönes Miteinander“ fest.

„Wir hatten am Anfang unsere Pläne, aber kein Budget“, ging der Gemeindeleiter auf die Bauphasen ein. Man habe in dieser Zeit aber immer genügend Spenden aus der Gemeinde bekommen, so dass alle Rechnungen immer ohne Verzug gezahlt worden seien.

Auf große Hilfsbereitschaft konnte die Mennoniten-Gemeinde auch bei der Einrichtung der neuen Räume bauen. „Wir sind sehr dankbar dafür“, sagt Bergen mit Blick auf viele hochwertige Sachen, die gespendet wurden, „Sie erfüllen hier einen guten Zweck und wurden so nicht vernichtet.“ Ob Möbel, die in öffentlichen Einrichtungen nicht mehr benötigt wurden, oder die Küche aus einem Restaurant, Hilfe gab es gerne und reichlich.

Und auch der Flügel im Gottesdienstraum ist ein Geschenk: Er wurde von der Mennoniten-Gemeinde Neuwied gespendet.

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