Monatelanger Streit um Tierhaltung
Bild: Grünebaum
Die Heckrinder im Naturschutzgebiet Brunsberg in Beckum sind nicht immer so gut zu sehen wie auf diesem Foto. Bei Regen ziehen sie sich häufig in die Wälder zurück. Über die Tierhaltung hat es in den vergangenen Monaten Diskussionen gegeben.
Bild: Grünebaum

Immer dicker ist der Hefter über die Jahre geworden, und immer heftiger die Kritik der beiden. Der Vorwurf: Die Haltung der Heckrinder und Konikpferde verstoße gegen grundlegende Tierschutzbestimmungen. Dem widersprechen Norbert Kampelmann, Pressesprecher des Kreises Warendorf, und Kristian Mantel, landwirtschaftlicher Leiter und wissenschaftlicher Mitarbeiter der NABU-Naturschutzstation Münsterland. „Die Tiere sind gesund“, betont Kampelmann. Und Kristian Mantel meint: „Der Zustand der Heckrinder, der Konikpferde und der Fläche ist gut.“

Diese Aussagen wollen Ursula Drews und Monika Jürgens nicht einfach so stehen lassen. Zugegeben, es habe sich etwas getan, meinen die beiden, doch das nur durch ihren intensiven Widerstand. So seien die Tiere lange gar nicht gefüttert worden. Und die Tiere würden die Bäume anfressen und ökologische Ausgleichsflächen zertrampeln. Ein weiterer Kritikpunkt: Die Futterfläche stünde unter Wasser und sei zu verschlammt. „So konnte der Zustand nicht bleiben“, entschieden die beiden Tierschützerinnen schon vor Monaten und nahmen sich vor, die Fläche täglich zu kontrollieren. „Wir wollen die Bürger auf das Problem hinweisen und sie wachrütteln“, meinen die beiden im Gespräch mit der „Glocke“.

Der Protest blieb nicht ohne Wirkung: Gleich mehrere Behörden setzten sich mit dem Projekt auseinander und beschlossen konkrete Maßnahmen. „Eine Futterstelle ist befestigt worden“, berichtet Kristian Mantel. Zudem sei der Zugang geschottert worden. „Und für die Rinder stehen 30 Ballen Silage pro Winter bereit“, sagt Mantel. Wie Norbert Kampelmann ergänzt, werde ein 75 Quadratmeter großer Unterstand für ungefähr 20 000 Euro gebaut. „Die Gelder sind beantragt“, hält Kampelmann fest. Ob das ausreicht, um Ursula Drews und Monika Jürgens zu beruhigen? Beim Gespräch mit der „Glocke“ heften sie jedenfalls schon wieder neue Materialien in ihre gelben Ordner ein. Doch in Beckum sehen sie ihre Tierschutz-Forderungen erfüllt.

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