Natur trifft Kunst im Stadtmuseum
Verschiedene Erden – auch aus Beckumer Steinbrüchen – sind in einer Installation Teil der neuen Sonderausstellung im Stadtmuseum, die (v.l.) Dr. Ellen Schwinzer (Gustav-Lübcke-Museum Hamm), Dr. Martin Gesing (Stadtmuseum Beckum), Dr. Gerta Bauer, Martin Rehkopp (Kloster Bentlage), Resi Gerwing (Stadt Beckum) und Dr. Hermann Bauer am Sonntag eröffneten.

. „Schläft ein Lied in allen Dingen“ ist der Titel dieser Ausstellung, die sich ganz auf das gleichnamige Gedicht Joseph von Eichendorffs bezieht, nach dem in allem ein Lied schlummert, das ertönt, sobald nur das „Zauberwort“ getroffen wird. Dieses Lied versucht Gerta Bauer in ihren Installationen, Objekten, Fotografien und Zeichnungen erklingen zu lassen.

Naturmaterialien als Grundlage

Die Künstlerin verarbeitet Materialen, die jedem bekannt sind, aber nur allzu oft und zu Unrecht unbeachtet bleiben: Aus bemalten Zweigen werden kunstvolle Arrangements; aus Blättern, Samen und Hülsen von Ahorn, Eiche und anderen heimischen Bäumen entstehen harmonische Bilder und kunstvolle, kleine Skulpturen; aus gepresstem Laub werden filigrane Objekte. Speziell für die Ausstellung in Beckum hat sich Gerta Bauer Arbeiten gewidmet, die Materialen aus den hiesigen Steinbrüchen einbeziehen: Ihre Fotografien zeigen Schlammrisse, bei oberflächlicher Betrachtung unspektakulär, die sich bei näherem Hinsehen als faszinierende und ästhetische Naturabläufe entpuppen.

Künstlerische Umsetzung folgt Analyse

Die zahlreichen Interessierten aller Altersgruppen am Sonntag können als Beweis dafür gelten, dass die Ausstellung bei den Besuchern gut ankommt. Die Stellvertretende Bürgermeisterin Resi Gerwing verlieh ihrer Begeisterung in ihrer Eröffnungsrede Ausdruck: „In Gegenständen, die auf den ersten Blick nichts Besonderes sind, werden die Schönheit und Perfektion der Natur deutlich!“ Gerta Bauer, die gleichsam Künstlerin und promovierte Naturwissenschaftlerin ist, beginnt ihre Arbeit immer damit, natürliche Situationen und Abläufe zuerst zu beobachten und zu analysieren und sie, nach einer Reflexionsphase, künstlerisch umzusetzen. Natur und Kunst, das sind keine Gegensätze sondern vielmehr Gegenstücke, die sich – wie bei Gerta Bauer – hervorragend ergänzen.

 Die Ausstellung, zu der auch ein Katalog erschienen ist, wird bis zum 24. Juli in Beckum zu sehen sein. Sie ist ein gemeinsames Projekt des Gustav-Lübcke-Museums in Hamm, des Klosters Bentlage in Rheine, des Kunstmuseums Gelsenkirchen und des Stadtmuseums Beckum.

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