Neue Mensa: Mit dem Chip zum Essen
Salat ist an jedem Mensa-Tag im Angebot.

Als Einlasskontrolleur hat er den begehrtesten Job und überprüft, dass die Mittagsverpflegung ordnungsgemäß im Internet gebucht worden ist. Für die anderen in der Helfergruppe gibt es jetzt, kurz nach 13 Uhr, jede Menge Arbeit. Salatbar auffüllen, Tische abwischen, beim Spülen helfen: Das alles sind Aufgaben, die die an weinroten Schürzen erkennbaren Schüler übernehmen. Das hat nicht allein einen praktischen, sondern einen pädagogischen Hintergrund, wie der Stellvertretende Schulleiter Holger Nübel erklärt. Das einfache Prinzip: Jeder kommt mal dran mit dem Mensadienst und freut sich dann, wenn sich alle in puncto Reinlichkeit und Disziplin an die Spielregeln halten.

Mit dem großzügigen Speisesaal sind Nübel und seine Kollegen ebenso zufrieden wie die Jugendlichen. Der Vize-Schulleiter weiß die angenehme Akustik zu schätzen, aber auch die Gestaltung des Küchenbereichs, der mit großen Rolltoren vom Speisesaal abgetrennt werden kann. Jetzt, bei der Essensausgabe, steht er allerdings sperrangelweit offen. Die vier Mitarbeiterinnen der Catering-Firma „Stadtküche“ aus Münster-Roxel haben alle Hände voll zu tun, um das Mittagessen an die Schüler zu bringen. Auch sie loben die Geräumigkeit, Konzeption und Ausstattung des Küchentrakts als vorbildlich.

Die Zahl der Kinder, die an den drei Nachmittagsunterricht-Tagen Montag, Mittwoch und Donnerstag ihr Essen in der Mensa einnehmen, ist laut Nübel „dramatisch gestiegen“. Von rund 150 auf jetzt etwa 210 Schüler. Das, so mutmaßt der Pädagoge, dürfte mit dem Reiz des Neuen aber auch mit dem kulinarischen Angebot zusammenhängen.

Nach dem Umzug der Gesamtschulmensa aus eher beengten räumlichen Verhältnissen in den Neubau greift ein neues Verpflegungskonzept. Das Zauberwort lautet: „Smart eating“. Jeden Tag, so erklärt Holger Nübel, werden ein Hauptgericht und ein Dessert angeboten. Wem das nicht zusagt, der kann auf eine Pizza- und eine Pasta-Bar zurückgreifen. Oder sich an der Salattheke den Teller mit Gesundem füllen. Dabei gilt an allen Ausgabestellen das Prinzip: Nachschlag ist beliebig oft möglich.

Heute ist als Tagesgericht ein Klassiker dran: Currywurst. Allerdings nicht begleitet von den typischen Pommes, sondern mit Reis und Mischgemüse. Da verzichtet mancher Kunde dankend auf die Beilagen und verdrückt die Currywurst solo oder mit ein paar Nudeln. Das Selbstbedienungsprinzip hat den klaren Vorteil, dass deutlich weniger Speisereste anfallen als zuvor. Auch wenn sich manche Pizza- und Pasta-Experten hervortun, deren Ernährung etwas einseitig zu werden droht. Aber auch sie, da ist Holger Nübel sicher, werden nach einigen Wochen Lust auf Abwechslung verspüren.

Das Vollstopfen mit weniger gesunder Kost ist aus seiner Sicht ebenfalls kein Problem. Wer mit drei Currywürsten und zwei Wackelpuddings im Bauch am Nachmittagssport teilnehme, sei vermutlich schon beim nächsten Mal klüger.

Inzwischen ist es merklich ruhiger geworden in der Mensa, die letzten Schüler verlassen den Speisesaal. Nur der Mensadienst bleibt noch und räumt die Stühle zusammen. Und auch für Levi Schweiger ist heute Feierabend.

SOCIAL BOOKMARKS