Neues Konzept für städtische Parkplätze
Die sechs Parkscheinautomaten im Stadtgebiet haben ausgedient. Künftig sollen es nur noch zwei sein

Soviel vorweg: Dem Wunsch der Kaufmannschaft, komplett auf die Erhebung von Entgelten für das Parken zu verzichten, will die Stadt nicht folgen. Denn die Bewirtschaftung, sei sie nun zeitlicher oder finanzieller Art, dient der Verkehrslenkung, wie Fachbereichsleiter Elmar Liekenbröcker erklärte. Ziele der Neukonzeption seien auch, Parksuch- und Pendelverkehr so weit wie möglich zu vermeiden und den Einzelhandel mit einem attraktiven Angebot zu unterstützen. Nicht zu vergessen: Die Bewirtschaftung bringt der Stadt eine ganze Menge Geld ein. Die bisher 369 gegen Gebühr zu nutzenden Stellflächen haben im Vorjahr 165 000 Euro in die Stadtkasse gespült.

Neue Taktung bei Parkzeiten

Die sechs Parkautomaten, die diese Einnahme ermöglichten, sind allerdings so desolat, dass selbst Reparaturen nicht mehr möglich sind. Also muss eine neues Konzept her. An zwei Standorten, an denen weiter Parkautomaten betrieben werden sollen, soll es zu einer anderen Taktung kommen. Nach dem Prinzip: Die erste halbe Stunde wie bisher frei. Wer länger Parken möchte, zahlt 25 Cent je Viertelstunde. Neu hinzukommen soll ein Fünf-Euro-Tagesticket.

Von vielen Nutzern als gerechter empfunden wird eine Echtzeit-Erhebung von Parkgebühren. Schranken und Kassenautomat sollen nach Verwaltungsvorschlag ebenfalls an zwei Standorten eingerichtet werden. Dafür ist eine ordentliche Investition fällig: Rund 70 000 kostet jede Schrankenanlage, etwa 8000 Euro werden pro Parkscheinautomat fällig. Parken mit Handy-App kommt auch in Betracht, soll aber erst in einem zweiten Schritt eingeführt werden, wie die Verwaltung ankündigte.

Wolfgang Immig von der City-Initiative konnte sich als Gast im Ausschuss nicht mit seinen Vorschlägen durchsetzen, die Freiparkzeit auf eine Stunde zu verlängern, die Parkdauer in der „blauen Zone“ auf drei Stunden zu verlängern, an Markttagen generell das Parken in der Innenstadt freizugeben und auf Parkgebühren am Nordwall zu verzichten, um den Einzelhandel auf der Nordstraße zu unterstützen.

Die Vorschläge im einzelnen 

Die Vorschläge zur Bewirtschaftung der sechs bisher Parschein pflichtigen Stadt-Parkplätze im Einzelnen (Vorjahres-Einnahmen in Klammern):

Parkhaus Südstraße (2581 Euro): Künftig keine Gebühren mehr, stattdessen Parkzeitbeschränkung auf zwei Stunden (Parkscheibe).

Nordwall/Kreuzstraße (30 862 Euro): Schrankenanlage und Kassenautomat für den Parkplatz Nordwall. Parkzeitbeschränkung für den benachbarten kleineren Parkplatz Kreuzstraße.

Elisabethstraße (81 373 Euro): Schrankenanlage mit Kassenautomat.

Rathaus (25 127 Euro): Parkscheinregelung mit Automat wie gehabt.

Clemens-August-Straße (19 174 Euro): Parkscheinregelung mit Automat wie gehabt.

Hindenburgplatz (5544 Euro): Nur noch zeitliche Bewirtschaftung. Die Hälfte der Plätze steht Dauerparkern, die andere Hälfte bis zu zwei Stunden (Parkscheibe) zur Verfügung.

Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen zählt ferner, keine Ausnahme-Parkgenehmigungen für die Oststraße mehr zu erteilen, weil dort ein besonders hoher Anteil an Stellplätzen von Inhabern besetzt wird und nicht den Kunden zur Verfügung steht. Das vorgeschlagene Parkraumkonzept soll am 2. Oktober grundsätzlich durch den Bauausschuss entschieden werden. In Sachen Gebühren-Neuordnung liegt die Kompetenz dann allerdings beim Rat der Stadt. Es ist geplant, die Umsetzung durch Öffentlichkeitsarbeit zu begleiten.

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