Obere Brede: Vermarktung zu schleppend?
333000 Quadratmeter Gewerbe- und Industriefläche sind ein Jahr nach Erschließung noch fast vollständig zu haben.

Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann, Fachbereichsleiter Thorsten Herbst sowie Helga Grothues und Günter Katthöver vom zuständigen Fachdienst hatten zunächst Bilanz über fünf Jahre Wirtschaftsförderung gezogen. Das dabei gezeichnete positive Entwicklungsbild für die Bereiche Industrie und Gewerbe einerseits und Einzelhandel andererseits vermochte nicht jeder Politiker im Ausschuss nachzuvollziehen.

Dr. Rudolf Grothues (SPD) monierte in der anschließenden Diskussion den schleppenden Verkauf von Flächen im neuen Gewerbegebiet und stieß mit dieser Kritik nicht nur in der eigenen Fraktion auf Unterstützung. Auch Angelika Grüttner-Lütke (Grüne), Gregor Stöppel (FWG) und Christoph Pundt (CDU) äußerten Bedenken.

Strothmann und Herbst erläuterten, dass es nicht primär darum gehe, die Grundstücke so schnell wie möglich zu vermarkten. Vielmehr sehen sie es als sinnvoll an, darauf zu achten, dass es beschäftigungsintensive Unternehmen sind, die die Industrie- und Gewerbeflächen künftig besiedeln. Herbst machte deutlich, dass es ganz überwiegend ortsansässige Firmen sind, die sich für Expansionsmöglichkeiten interessieren. Ihren Bedürfnissen trage man, wie im Fall der Firmen Blumenbecker oder Berief, zunächst jedoch durch die Suche nach Lösungen am Standort Rechnung. Die seit einem Jahr erschlossenen Gewerbeflächen betrachtet die Verwaltung als wertvolle Reserve, aus der über einen längeren Zeitraum ansiedlungswillige Firmen bedient werden sollen.

Und die gibt es nach den Worten des Bürgermeisters durchaus. Man habe eine „ganze Menge in der Pipeline“, erklärte Strothmann. Von einem Maschinenbauunternehmen über einen Baumaschinenverleih bis zu einer Firma für Veranstaltungstechnik reiche die Interessentenliste. Den Politikern sicherte er zu, künftig intensiver über die Vermarktungsaktivitäten zu berichten. Immerhin: Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung wurde direkt anschließend der Verkauf eines 1750 Quadratmeter großen Gewerbegrundstücks an der Oberen Brede an ein Dienstleistungsunternehmen beschlossen.

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