Ohne Hilfe will Kirche Kitas aufgeben
Bild: Tielke
Die Betreuung unter Dreijähriger wird im Kindergarten St. Pankratius längst angeboten. Der Umbau im Bestand mit Unterstützung der Stadt soll die Einrichtung zukunftsfähig machen.
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Das geht aus einem Schreiben an die Stadt hervor, von dem Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann jetzt berichtet hat. Im Rat erklärte er den Beckumer Kommunalpolitikern, dass es in den katholischen Einrichtungen sozusagen zwei Arten von Plätzen gibt. Nämlich einerseits die 346, deren Anzahl sich nach dem Schlüssel „ein Platz je 60 Katholiken“ berechnet. Und andererseits die 294, die darüber hinausgehen und die sogenannten Überhanggruppen bilden.

Aufgrund einer bestehenden Rahmenvereinbarung zwischen Kirchengemeinden und Stadt bezuschusst die Kommune die 294 Überhangplätze auf freiwilliger Basis, wie der Bürgermeister erklärte. Grundlage dieser Zusatzförderung ist die vom Land festgelegte Kindpauschale, von der für die Überhangplätze zwölf Prozent übernommen werden. Das entspricht im Wesentlichen dem Trägeranteil, den die Kirchen für die Plätze in ihren Einrichtungen ansonsten selber finanzieren müssten.

Kein Einvernehmen über Schließung von Plätzen

Der Haken an der Sache: Die Kindpauschalen selbst und damit die städtische Überhangfinanzierung reichen nicht aus, um Gebäudeunterhaltung und Betriebskosten der Tageseinrichtungen zu decken, wie die Kirchen beklagen. Sie fordern daher weitergehende Unterstützung der Stadt und zwar bereits für die Jahre 2013/14 und 2014/15.

Das lehnt die Stadtverwaltung ab, die der Auffassung ist, dass die bestehende Rahmenvereinbarung mit den Gemeinden frühestens mit Wirkung zum 31. Juli 2016 gekündigt werden kann. Im Rahmen der örtlichen Jugendhilfeplanung sei ein Einvernehmen über eine Schließung von Plätzen im übrigen nicht hergestellt worden, wie Strothmann betonte.

Eine vorübergehende Defizitbeteiligung ab dem Kindergartenjahr 2016/17 schloss der Bürgermeister indessen nicht aus. Bis dahin gelte es, auf das Land einzuwirken, um die Finanzmisere zu beheben. Gelinge dies nicht, müsse entschieden werden, ob die Stadt dauerhaft faktisch die gesamten Beiträge für die Überhangplätze übernimmt oder ob nach anderen Möglichkeiten gesucht wird. Optionen wären die Beteiligung anderer Träger oder die Übernahme der unverzichtbaren Überhangplätze durch die Stadt selber.

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