Pläne für Wasserskianlage werden konkret
Bild: Clauser
Planen das ehrgeizige Wasserski-Projekt am Tuttenbrocksee: Hans-Joachim Menzel und Martina Zeuner.
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Eine opulente Seilbahnanlage mit zwei 760 beziehungsweise 697 Meter langen, teils Hindernis-betückten Rundkursen sowie einer oder zwei Zweimaststrecken für verzögerungsarmen Pendelbetrieb sollen bis zur nächsten Freiluftsaison entstehen.

 Der Plan, so betonte Strothmann, befindet sich in vollem Einklang mit den Empfehlungen der Marktpotenzialanalyse zum Tuttenbrocksee, die eine derartige Anlage als Ankerangebot im neu zu schaffenden Freizeitbereich empfiehlt. Unternehmer Menzel und die designierte Beckumer Betriebsleiterin Zeuner möchten es aber bei der reinen Seilanlage für Wasserski- und zunehmend für Wakeboardfahrer nicht belassen. Im mit der Stadt bereits geschlossenen Vorvertrag ist vereinbart, dass sie auch nahezu die gesamte Uferzone im Bereich des heutigen Strandbades pachten und bewirtschaften werden.

Herzstück des Areals am Seeufer wird ein ein- bis zweistöckiges Gebäude, das unter anderem als Empfangsbereich dienen soll. Neben großzügigen sanitären Anlagen für die Nutzer des Wassersportbereichs, einem Shop und einem Kiosk mit kleiner Küche soll das Gebäude auch ein Restaurant beherbergen. Vom Badestrand mit Spiel- und Grillplatz sowie Zeltwiese erreichen die Wasserski-Sportler die kleine vorgelagerte Insel, die als Startbasis für alle Seilbahnsysteme dienen soll. Zwei lange Stege auf Pontons trennen die Bade- von der Wasserskizone.

Wie Menzel unterstrich, ist es ausdrücklich nicht beabsichtigt, andere Wassersportler zu verdrängen. So sei unter anderem mit der DLRG vereinbart worden, dass sie ein bis zwei große Wettkämpfe pro Jahr an gewohnter Stelle durchführen kann. Für ihren Übungsbetrieb erhalten die Rettungsschwimmer einen Bereich im nördlichen Teil des Sees, der von einer Basis am Ufer erreichbar ist.

Für die Herrichtung des DLRG-Stützpunktes sowie die Zuwegung wird die Stadt sorgen, wie Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann ankündigte. Dabei bleibt es allerdings nicht. Die Kommune wird außerdem einen Rundwanderweg um den Tuttenbrocksee anlegen, um all denjenigen Zugang zu dem Gewässer zu gewähren, die nicht das Strandbad oder die Wasserskianlage nutzen möchten. Wegen des auf weiten Teilen der Wasserfläche herrschenden Wasserski-Betriebes ist das Baden außerhalb des Strandbades allerdings allenfalls eingeschränkt möglich.

Wer dagegen die Annehmlichkeiten der neu geschaffenen Infrastruktur in Anspruch nehmen möchte, der muss künftig als Badegast wohl etwas tiefer in die Tasche greifen als bisher. Man werde sich an den Preisen der öffentlichen Bäder Beckums orientieren, erklärten die Investoren auch den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung, Demografie, Umwelt- und Klimaschutz gestern abend im Verlauf deren Sitzung zum Thema Tuttenbrock. Neben der Attraktivierung des Freizeitbereichs besonders für junge Leute führten die Planer ins Feld, dass mit der Schaffung zusätzlicher Jobs fest zu rechnen sei. Von denkbaren Folgeprojekten wie Rutschenpark, Indoor-Spielplatz oder Eventhalle einmal abgesehen.

Wie hoch die Finanziers einsteigen müssen, ist noch nicht ganz klar. Zwischen 1,3 und 1,7 Millionen Euro schätzt Menzel das Gesamtvolumen. Wobei der Strandbadbereich unternehmerisch das höhere Risiko bilde als die Wasserskianlage.

Die Ausschussmitglieder und zahlreiche Zuhörer folgten der Präsentation mit Interesse. Nach der anschließenden Diskussion gab das Gremium planerisch grünes Licht für das Vorhaben

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