Polizei stoppt „Geisterradler“
Bild: Wille
„Seite wechseln!“: mit diesem Warnsymbol wollen die Beamtinnen (v. l.) Michaela Loeber und Dagmar Hille „Geisterradler“ wachrütteln.
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 Es ist nicht die einzige „Geisterradlerin“, die die Beamtinnen an diesem Tag auf frischer Tat ertappen. Polizei-Hauptkommissarin Dagmar Hille trägt eine große, hölzerne Schablone in Richtung Dalmerweg, legt sie auf der linken Seite des Radwegs ab und greift zur Sprühdose. „Seite wechseln!“ fordert das Warnschild den Radfahrer auf. In dem Warndreieck zu sehen: Ein Geist, der auf dem Rad sitzt. „Geisterradler“, also Radfahrer, die Wege in falscher Richtung nutzen, treffen die Beamtinnen häufiger an. In den kommenden Tagen werden Polizeibeamte in Beckum Präventionsarbeit leisten und Radler, die falsch fahren, anhalten. Zur Kasse gebeten werden sollen sie zunächst nicht. „Wir leisten zuerst Präventionsarbeit, und geben den Fahrern einen Info-Flyer mit. Später geht es aber ans Portemonnaie“, verdeutlicht Michaela Loeber.

Verwarngeld droht

Beamte können durchaus auch ein Verwarngeld von den „Geisterradlern“ verlangen. Wie tief die Verkehrssünder in der Tasche greifen müssen, hängt von der Situation ab. Radfahrer, die vorschriftswidrig den linken Radweg nutzen, zahlen 10 Euro, wer dadurch andere behindert, wird mit 15 Euro zur Kasse gebeten. Wer andere auch noch gefährdet, zahlt 20 Euro. Wenn die falsche Fahrweise einen Unfall verursacht, werden 25 Euro fällig. Benutzen Radler den falschen Fahrstreifen, obwohl auf der richtigen Seite ein weiterer Radweg angelegt ist, wird es noch teurer. Dann werden je nach Situation 20 bis 35 Euro fällig. Auch für das Nutzen des Gehwegs zahlen Radler ein Verwarngeld. Dieses wird mit 10 bis 25 Euro angesetzt.

„Das ist extrem gefährlich“

Dass in Beckum nun Aufklärungsarbeit gegen „Geisterradler“ geleistet wird, freut Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann. „Ich beobachte jeden Morgen am Paterweg, dass mir rechts Radfahrer entgegenkommen. Das ist extrem gefährlich“, sagt er. Insgesamt seien die Unfälle mit Radfahrern in Beckum glücklicher Weise leicht rückläufig, betont Michaela Loeber.

10 Warnsymbole im Stadtgebiet

Im Beckumer Stadtgebiet sind gestern zehn Warnsymbole aufgesprüht worden. Sie befinden sich an folgenden Stellen: Am Paterweg/Dalmerweg (vom Gymnasium in Richtung Mühlenweg); am Dalmerweg Richtung Hansaring linksseitig; am Westwall / Am Hirschgraben (in Richtung Paterweg); an der Neubeckumer Straße (dort, wo der Radweg aus Richtung Grevenbrede kommend endet); an der Hammer Straße (vom Westpark kommend in Richtung Mühlenweg); am Nordwall (von der Nordstraße aus kommend) sowie am Osttorknoten (Lippborger Straße aus Richtung Stromberger Straße).

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