Populismus auf den Grund gegangen
Gäste aus Politik, Wissenschaft und Medien hatte der Q1-Geschichtskursus am Montag zum Themenabend „Populismus und Fake-News“ in der Aula des Albertus-Magnus-Gymnasiums eingeladen.

Auf den komplexen Gegenstand einstimmen konnten sich die Besucher bei einem Rundgang durch eine Ausstellung mit dem Titel „Demokratie stärken – Populismus bekämpfen“, die der ausrichtende Q1-Geschichtskursus mit Lehrerin Dr. Andrea Kolpatzik vorbereitet hatte.

Schulleiter Dr. Juri Rolf und Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann blieb es anschließend überlassen, kurz das Problemfeld zu beleuchten, bevor die Schüler an diesem Themenabend in die Diskussion einführten. Eine Umfrage unter den Zuhörern zu ihren Mediennutzungs-Gewohnheiten inklusive.

Bertelsmann-Experte stellt Forschungsergebnis vor

Aus wissenschaftlicher Perspektive näherte sich Lars Bischoff von der Bertelsmann-Stiftung dem Thema. Er stellte Umfrageergebnisse seines Hauses zur Populismusforschung vor. Ausgehend von der These, dass Populismus eine „dünne Ideologie“ darstelle, erläuterte Bischoff deren Wesensmerkmale. Sein Auditorium überraschte er mit der Analyse, dass bis zu einem Drittel aller Wahlberechtigten populistische Überzeugungen unterstützen. Dabei gehe es allerdings keineswegs allein um Rechtspopulismus. Bischoff zeigte am Beispiel der etablierten Parteien auf, wie sich, außer bei den Grünen, populistische Strömungen verstärken.

Diskutanten berichten über Erfahrungen mit Populismus

In der abschließenden Podiumsdiskussion unter Leitung des Pflegschaftsvorsitzenden und Redakteurs Andreas Wartala nutzten die Schüler die Gelegenheit zum Praxis-Check. Als Gesprächspartner standen ihnen neben Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann der Bundestagsabgeordnete Bernhard Daldrup (SPD), der Landtagsabgeordnete Henning Rehbaum (CDU), Kai Braunert (Bündnis 90 / Die Grünen), Gregor Stöppel (FWG) und Timo Przybylak (FDP) aus dem Beckumer Rat sowie Stefan Clauser als Beckumer Redaktionsleiter der „Glocke“ zur Verfügung. Die Diskutanten berichteten von ihren Alltagserfahrungen in der Auseinandersetzung mit populistischen Positionen. Dabei stand vor allem die Arbeit in den Parlamenten auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene im Blickpunkt.

Auch die Wirkung gezielter Desinformationspolitik wurde erörtert. Hier warnten die Teilnehmer des Podiums vor bedrohlichen Tendenzen zur unseriösen Beeinflussung von Meinungen und damit von Wahlergebnissen. Darüber, dass Abende wie der am AMG probate Mittel sind, Manipulationsmethoden zu durchschauen, war sich die Runde am Ende einig.

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