Praktische Tipps für die Pflege zu Hause
Bild: Grünebaum
Die richtigen Griffe, um einer pflegebedürftigen Person aus dem Bett zu helfen, haben die Teilnehmer am Initialpflegekursus geübt. Das Bild zeigt (v. l.) Leiterin Marion Küpper, Barbara Dillmann, Marta Krajecka, Stanislawa Konstanty bei der Übungseinheit mit Monika Hohelüchter und hinter ihnen Leiterin Heike Füchtenkamp. Monika Hohelüchter versetzte sich dabei in die Rolle einer bettlägerigen Frau und ließ sich aufrichten.
Bild: Grünebaum

Die ausgebildeten Krankenschwestern und Pflegetrainerinnen bieten regelmäßig Initialpflegekurse im St.-Elisabeth-Hospital an. Vor dem Abschluss des zwölfstündigen Lehrgangs an drei Tagen sprach die „Glocke“ mit den beiden über das sensible Thema.

Es sind die scheinbar einfachen, alltäglichen Tagesabläufe, die sich plötzlich grundlegend ändern. Wenn ein Familienmitglied zum Pflegefall wird, steht der Alltag Kopf. „Viele Fälle kommen überraschend“, wissen die beiden Expertinnen. Dann stellt sich auf einmal eine Frage nach der anderen: Wie helfe ich bei der Körperpflege? Welche Griffe beim Aufsetzen sind die richtigen? Wie fasse ich meinen Mitmenschen behutsam an? Und wie fühlt er sich überhaupt dabei?

Wer sich selbst einmal in einen Rollstuhl setzt oder sich aus dem Bett heben lässt, bekommt einen Eindruck davon und kann sich in den Pflegebedürftigen hineinversetzen. Diesen Rat geben Heike Füchtenkamp und Marion Küpper in ihren Kursen. Selbsterfahrung und Rollenwechsel sind Schlüsselwörter in ihrem Konzept. Nicht umsonst stehen in dem kleinen Zimmer im St.-Elisabeth-Hospital unzählige Hilfsmittel vom Rollator bis zum Pflegebett.

Je nach Verhältnis zum Pflegebedürftigen ändern sich die Herausforderungen – ob Kinder ihre Eltern pflegen oder Ehepartner füreinander sorgen. Gefühle wie Frustration über die eigene Hilfsbedürftigkeit können die pflegerische Arbeit beeinflussen.

Und Pflegende sollten ihre Grenzen kennen. „Irgendwann ist das Limit erreicht“, weiß Marion Küpper. Die Entlastung pflegender Angehöriger ist deshalb ein Ziel des Kurses. Der Aufbau eines Pflegenetzwerks mit einem Zeitplan, wer wann helfen kann, wirkt Überforderung entgegen. Vorkenntnisse brauchen Teilnehmer an dem kostenlosen Kursus nicht. Ungefähr drei Mal im Jahr bieten Heike Füchtenkamp und Marion Küpper diesen an. Die Universität Bielefeld hat das Konzept mitentwickelt.

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