Premiere für Sprachcamp in Beckum
Laden zum ersten Beckumer Sprachcamp ein: (v. l.) Burkhard Lensing (Innosozial), Nedim Özdemir und Okan Öztürk (Betreuer), Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann, Mareike Theile (Theaterpädagogik), Herbert Essmeier (Stadt), Birgit Harrendorf-Vorländer (Deutschlehrerin), Nele Zimmermann (Filou) , Olga Laschko (Theaterpädagogik) und Andrea Sander (Projektleitung).

Organisiert wird das Camp von der Ahlener Innosozial gGmbH, die bereits seit 2009 Erfahrungen mit dieser Form der Sprachförderung gesammelt hat. Und zwar mit einigem Erfolg, wie Burkhard Lensing von Innosozial bei der Vorstellung der Maßnahme betonte. Stetig mehr Mädchen und Jungen, darunter auch etliche Stammgäste beteiligen sich am Sprachcamp, das mit Bedacht in den beiden letzten Ferienwochen stattfindet. Denn dann sind viele Kinder von Aufenthalten in ihren Heimatländern zurück und bedürfen besonders deutschsprachiger Impulse zur Vorbereitung auf den Unterricht.

Die Leitung des Beckumer Camps, das aus Mitteln des Kinder- und Jugendhilfeplans NRW finanziert wird, übernimmt Andrea Sander von Innosozial. Der Tagesablauf sieht vor, dass vormittags ab 8 Uhr wechselweise in je zwei Gruppen Sprachunterricht durchgeführt und ein Theaterprojekt vorbereitet wird. Den Unterricht übernehmen mit Birgit Harrendorf-Vorländer und Karl-Heinz Geimer zwei erfahrene Pädagogen. Für das theaterpädagogische Angebot zeichnen Olga Laschko und Mareike Theilke verantwortlich. Auch Nele Zimmermann von der Kulturinitiative Filou arbeitet mit.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen steht nachmittags bis 16 Uhr Freispiel an. Dann werden sich unter anderem Nedim Özdemir und Okan Öztürk um die Mädchen und Jungen kümmern. Zur Mitwirkung beim Sommercamp sind übrigens auch die Eltern ausdrücklich eingeladen. Sie könnten etwa die abschließende Aufführung eines Theaterstücks mit vorbereiten, bei dem der Bau einer Wortmaschine eine zentrale Rolle spielen wird. Die rattert sozusagen ausschließlich auf Deutsch, denn Fremdsprachen sind tabu im Camp. Durch direkte Ansprache geeigneter Familien und mit Unterstützung des Integrationsrats möchte die Stadt nun für die Teilnahme am Sprachcamp werben. Bis zwei Wochen vor dem Start sollte die Teilnehmerliste abgeschlossen sein, wie Burkhard Lensing erklärte. Er hofft dass sich möglichst viele Bewerber für die rund 30 angebotenen Plätze finden werden. Dann stünde auch einem Sprachcamp 2016 wohl nichts im Wege.

Für das erste Sprachcamp hat Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann die Schirmherrschaft übernommen. Den Bedarf unterstrich Strothmann mit Blick auf die aktuellen Zuwanderungszahlen. 296 Fortzügen von Bürgern mit ausländischen Wurzeln standen 2014 580 Zuzüge gegenüber. 70 bis 80 Seiteneinsteigerkinder werden zurzeit an den Beckumer Schulen unterrichtet. Für sie stellt sich in vielen Fällen das Sprachproblem im Unterricht massiv.

SOCIAL BOOKMARKS