Rathaus rot und Supermarkt beige?
So könnte sich das Gebäudeensemble an Neubeckums Rathausplatz nach Vorstellung der Planer künftig darstellen. Das Rathaus setzt einen farblichen Akzent gegenüber dem benachbarten Edeka-Markt und der Sparkasse auf der anderen Seite. Die rötliche Rathaus-Fassade korrespondiert mit der Christus-Kirche.

Dessen Mitglieder zeigten sich weitgehend zufrieden mit dem neuen Konzept, das Architekt Matthias Fritzen präsentierte. Ganz und gar nicht anfreunden konnten sich die Kommunalpolitiker allerdings mit dem Vorschlag der Verwaltung, die Farbgebung für das zu sanierende Rathaus Neubeckum nebenan gleich mitzubeschließen.

Matthias Fritzen erläuterte die wesentlichen Änderungen gegenüber dem ungeliebten ersten Entwurf. Der hatte eine weitgehend geschlossene Gebäudefront in rautenförmig angeordnetem, rotem Klinker zur Rathausplatz-Seite vorgesehen. Bei der Farbwahl passt sich die geänderte Variante dem Sandsteinton des Sparkassen-Gebäudes in der Nachbarschaft an. Die Bezeichnung „Barcode“ leitet sich aus der nunmehr deutlich vertikal gegliederten Fassade ab. Hohe und schmale Fensteröffnungen sind ebenso vorgesehen wie der Einsatz von verdeckter Beleuchtung zur Betonung der Fassade in den Abendstunden. Die dem Kreisverker zugewandte Gebäudeecke bleibt einer sehr großen Reklamefläche vorbehalten.

Die Mehrheit im Ausschuss zeigte sich mit dieser Lösung zufrieden. Allerdings gab Monika Gerber (Grüne) zu Protokoll, dass sie sich eine weitere Öffnung der Fassade gewünscht hätte. Zusätzliche Glasflächen auf der Südseite, so machte Fritzen jedoch deutlich, sind wegen der Aufheizung des Innenraums für einen Frischemarkt nicht darstellbar. Während sich Karl-Heinz Przybylak (FDP), Michael Meinke (CDU) und Eva Gerke (FWG) mit dem Gestaltungskonzept zufrieden zeigten, beanstandete Dr. Rudolf Grothues (SPD) das große Werbeplakat, das auch anderen Ausschussmitgliedern nicht zusagte. Josef Schumacher (CDU) warf am Ende zudem die Frage auf, ob nicht doch die rote Fassadenfarbe für den Supermarkt besser sei.

Schumacher war aber schließlich der einzige, der gegen den Entwurf votierte, drei weitere CDU-Mitglieder enthielten sich der Stimme. Der Rest der ausschussmitglieder gab grünes Licht dafür, mit dem Investor die Variante „Barccode“ verbindlich zu vereinbaren.

Ein stimmiges Gebäudeensemble in Neubeckums Mitte schaffen und gleichzeitig die energetische Sanierung des Rathauses durchführen: Diese Ziele hat sich die Stadtverwaltung gesetzt. Denn die Fassaden des Rathauses sind schlecht gedämmt, obendrein fehlt außenliegender Sonnenschutz, um die Büros vor zu großer Sonneneinstrahlung zu schützen. Zudem, so legt die Verwaltung dar, zeigen sich Betonabplatzungen an den Sicht- und Waschbetonflächen, so dass Moniereisen sichtbar wird.

Zur Sanierung der Fassade soll der vorhandene gelbliche Klinker entfernt, Wärmedämmung aufgebracht und anschließend mit großformatigen Fassadenplatten verkleidet werden. So soll die markante Architektur des Gebäudes erhalten bleiben. Es wurde eine Rückstellung von 365 000 Euro für die Maßnahme gebildet. Als Farbkonzept schwebt der Verwaltung vor, den Hauptbaukörper rötlich, die untergeschobenen Bauteile sandfarben auszuführen. So würde das Rathaus farblich sowohl mit der Christuskirche als auch mit Sparkasse und Edeka-Markt korrespondieren.

Der Stadtentwicklungsausschuss drängte darauf, das Thema Rathaus-Sanierung gesondert zu behandeln.

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