„Religion ist kein Karnevalsthema“
Eher bunt als scharfzüngig: der Rosenmontagszug in Beckum.

Kein Wunder: Am Schauplatz des mit aktuell 44 Wagen größten Rosenmontagszuges im Kreis Warendorf haben die Organisatoren viel Erfahrung mit der Themenauswahl und Gestaltung närrischer Fahrzeuge.

Im Kreis der zahlreichen Aktiven, die sich für die einzelnen Gesellschaften mit der Umsetzung der Ideen befasst haben, ist eine Diskussion über die Frage, was erlaubt ist und was nicht, in diesem Jahr kein besonderes Thema gewesen, wie Wolfgang Krogmeier, einer der drei Präsidenten der Dachgesellschaft, berichtet. Einen Vorschlag, sich in irgendeiner Weise mit dem Thema Islam zu befassen, hat es hier auch nicht gegeben. Und das ist auch gut so, wie das dreiköpfige Präsidium der Dachgesellschaft findet. „Religion ist für uns kein Thema, das im Karneval eine Rolle spielen sollte“, erklärt Krogmeier die klare Position der Beckumer Narren.

Willkommen seien jederzeit originelle, auch spitze bis spöttische Kommentare zu lokalem Geschehen. Gerade die Politik müsse sich in jedem Fall der jecken Kritik stellen. Die Verletzung religiöser Gefühle dagegen verbiete sich. Durch die Vorgänge in Köln sensibilisiert, hat sich auch die Ordnungsbehörde der Stadt Beckum bei den Karnevalisten erkundigt, ob in ihrem Umzug womöglich Islamismus-Kritik anklingen könnte. Eine Frage, die die Organisatoren eindeutig verneinen konnten.

Für Krogmeier und seine Kollegen ist schwer nachvollziehbar, was das Kölner Organisationskommitee bewogen haben mag, die Wagengestaltung zu einem hoch brisanten Thema zur öffentlichen Abstimmung zu stellen. Das, so steht für sie fest, ist sicher kein Modell für Beckum.

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