Riemchen, Platten oder Putzfassade?
Nur einer der drei Architektenentwürfe sieht die Beibehaltung der Fassadenoptik am Rathaus Neubeckum vor.

Alle drei Büros lehnen eine zeitweise ins Gespräch gebrachte Innendämmung aus technischen Gründen ab. Die hätte den Vorteil gehabt, dass die Original-Klinkerfassade unangetatstet geblieben wäre. Bei den vorgelegten Konzepten wird die Energieeinsparverordnung berücksichtigt. Ob und inwieweit Urheberrechte des ursprünglichen Architekturbüros zu berücksichtigen sind, ist laut Verwaltung noch zu klären.

Der erste Entwurf stammt vom Architekten Raimund Bossmeyer, der die Sparkasse vor dem Rathaus umgebaut hat. Er schlägt unter anderem vor, die gelben Klinker des aufgeständerten Gebäudeteils abzureißen und eine Vorhangfassade aus großformatigen Platten zu installieren. Inklusive Fenstererneuerung und Flachdachsanierung beliefen sich die Kosten für diese Variante auf rund 681 000 Euro.

Den Erhalt der gelben Klinker sieht der Entwurf des Neubeckumer Architekten Rainer Freidmann vor. Allerdings sollen sie in den Brüstungs- und Sturzbereichen unter einem Wärmeverbundsystem mit Putzoberfläche, zwischen den Fenstern dagegen bei Erhalt der Schuppenstruktur unter Fassadenplatten verschwinden. Auch in diesem Fall sind Fenstererneuerung und die Flachdachsanierung mit Ausnahme des Sitzungssaals mitgerechnet worden. Unter Strich kommt das Büro Friedmann auf Kosten in Höhe von knapp 704 000 Euro.

Das Büro Fritzen und Müller-Giebeler, das auch den benachbarten Edeka-Markt plant, schlägt vor, die Optik des Gebäudes zu erhalten und die vorhandene Fassaade mit einem Wärmeverbundsystem mit dünnen Klinkerriemchen zu bekleben. Die Fenster werden im Bürotrakt erneuert. Dieser preisgünstigste Entwurf stünde mit gut 660 000 euro zu buche. Alle drei Konzepte sind damit teurer als bisher kalkuliert. Die eingeplanten Haushaltsmittel belaufen sich auf knapp 552 000 Euro.

Der Ausschuss soll heute noch keine Entscheidung über die Ausführung treffen. Stattdessen soll der Rat am Donnerstag über eine Einwohnerversammlung befinden, bevor der Fachausschuss am 1. April endgültig beschließt.

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