Ritterleben steht ganz hoch im Kurs
Bild: Krogmeier
Den Handschutz der Rüstung zeigten (v. l.) Kayra Parlak und Angelina Hegemann im Stadtmuseum.
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Die Mädchen und Jungen machten bei diesem spannenden Thema natürlich begeistert mit und lernten viel über das Ritterleben in längst vergangenen Zeiten.

„Gewappnet und gerüstet – Gar herrlich ist das Ritterleben!?“, unter diesem Motto hat in den vergangenen Tagen das museumspädagogische Sonderprogramm im Beckumer Stadtmuseum gestanden. Und dass dieses Ritterleben oft gar nicht so herrlich war, das vermittelte Museumspädagogin Christa Heistermann dem Nachwuchs auf anschauliche Art und Weise.

Die kleine Reise in die Vergangenheit startete für die Kinder im Museum an der Vitrine, in der sich die Fundstücke aus dem Beckumer Fürstengrab befinden. Hier lernten sie, dass der dort bestattete Mann 1,91 Meter groß war und im Mittelalter als Fürst im Raum der heutigen Stadt Beckum gelebt hat. Das hatten jüngere Untersuchungen der Zähne ergeben, stellte Heistermann Forschungsergebnisse vor. Wie der Mann gestorben ist, das hingegen steht bis heute nicht fest, zumal sein Kopf im Grab nicht gefunden wurde.

Dieser Fürst war auf einem großen Feld mit vielen wertvollen Grabbeigaben beerdigt worden. Mit ihm wurden elf Pferde, alles junge Hengste, rund um das Hauptgrab bestattet.

Schwere Rüstung wird anprobiert

Das Grab des Beckumer Fürsten mit dem kostbaren Schwert und den weiteren Waffen stimmte die Mädchen und Jungen auf die Besonderheiten des Ritterstands ein. Christa Heistermann erzählte den Kindern über das Leben eines Ritters, erläutert ihnen, wie damals das Feudalsystem funktioniert hat.

Praxisnah durften die Kinder eine Rüstung testen und das große Schwert umschnallen. Dass heutige Fahrradhelme deutlich leichter sind, als es früher die Helme einer Rüstung waren, das erlebte der Nachwuchs hautnah mit. Die fünf Helme wurden übrigens vom Museumsamt speziell für die Unterrichtsreihe angefertigt.

Wie sind die Ritter in der schweren Rüstung eigentlich auf ihr Pferd gekommen? Auch auf diese Frage gab es eine Antwort: Ein Flaschenzug war die Lösung. Wie wurde man ein Ritter und wer konnte seinen Traumberuf verwirklichen? Auch dazu gab es Informationen. Schließlich erlebten die Kinder mit, wie einer der Mitschüler von der „Königin“ zum Ritter geschlagen wird.

Wie wenig romantisch das Leben eines Ritters oft war, das hörten die Kinder, als Heistermann ihnen einen Brief vorlas, den damals ein Knappe geschrieben hatte. Der Alltag eines solchen Ritter-Azubis war alles andere als gemütlich. Auch das lernten die Kinder, die sich schließlich mit Buntstiften auch noch ihr eigenes Wappen malen durften.

Die Mädchen und Jungen aus 16 Grundschulklassen der Schuljahre zwei bis vier waren von diesem außergewöhnlichen Unterricht begeistert. Beteiligt waren diesmal sechs Grundschulen. Das museumspädagogische Museumsprogramm wurde vom Stadtmuseum und dem Museumsamt für Westfalen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe gemeinsam veranstaltet. Unterstützt wurde die Aktion vom Museumsverein Beckum.

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