Rosenmontagszug stoppt am „Kussbahnhof“
Den Stadtschlüssel musste Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann an Prinz Peter I. herausgeben.

 Das können zahllose feierfreudige Zuschauer bezeugen, die am Sonntagnachmittag bei der Übergabe des Stadtschlüssels an Prinz Peter I. Frölich und seinen Hofmarschall Dr. Uwe Mertens tapfer dem eisigen Ostwind auf dem Marktplatz trotzten. Unter ihnen erstmals der neue Bürgermeister der Partnergemeinde Heringsdorf, Lars Petersen, Christoph Pundt als neuer Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion und Henning Rehbaum als Debütant in der Funktion des Landtagsabgeordneten.

Dass der Bürgermeister die Abgabe der Herrschaft über die Püttstadt an Bedingungen knüpfen würde, war zu erwarten. Und so forderte Dr. Karl-Uwe Strothmann unter anderem die Fusion des Kultur- und des Busbahnhofs zum „Kussbahnhof“. Prinz Peter Frölich soll auf sein Geheiß sowohl Peter Lustigs Job beim Kinderfernsehen als auch die Aufgabe des Schwimmmeisters am Tuttenbrock-Strandbad übernehmen. Strothmann forderte ferner eine Dichtheitsprüfung für alle Karnevalisten und – mit Blick auf den Zivilberuf des Prinzen – die Durchführung von Wirtschaftsprüfungen in Beckumer Kneipen.

Der närrische Stadtregent konterte, kaum dass er den Schlüssel in Händen hielt, mit prinzlichen Statuten. Danach sollen Holtmarweg und Rüenkolk Vorrangflächen für den neuen Windenergiepark werden, der Busbahnhof ein Terminal für Rosenmontagszüge erhalten und die Martinskirche zum karnevalistischen Tanzstudio werden. Das neue Stadtlogo wollen Prinz und Hofmarschall umgehend abgeschafft und durch den Rumskedi-Kater ersetzt sehen. Die Glocken von St. Stephanus, auch das hat der Prinz angeordnet, sollen morgens um 11.11 Uhr „An Tagen wie diesen“ spielen, der Kirchenchor dazu das Elferratslied anstimmen. Im Freibad ist eine eigene Prinzenbahn inklusive Theke einzurichten, während der bisherige Bürgermeister seinen neuen Job als Schiffschaukelbremser am Tuttenbrocksee antreten kann.

 Das närrische Volk stimmte gerne zu, bevor Kinderprinz Glenn I. Honerlah das Wort ergriff. Zwischendurch schunkelte sich die Menge zur Begleitung von Neubeckumer Fanfarencorps, Fanfarencorps Weiß-Rot und Alter Beckumer Stadtwache warm. Einen musikalischen Gruß hielt außerdem die Blaskapelle aus der polnischen Partnerstadt Grodkow bereit, die erneut zum Beckumer Straßenkarneval angereist ist.

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