Rüenkolk erhält sein Bett zurück
Bild: Krogmeier
Am Rüenkolk machten sie Andreas Altemöller (Ingenieurbüro Wolfgang Sowa), Matthias Thiemeyer und Markus Lodenkemper (beide Firma Lodenkemper GmbH), Klaus Kühn (Leiter des Heinrich-Dormann-Zentrums) sowie Monika Fränzer und Günter Faber (beide Stadt Beckum) ein Bild von den Bauarbeiten.
Bild: Krogmeier

Eine mächtige Mauer aus Anröchter Kalkstein ist bereits in den Boden gebracht. Die Konturen des künftigen Bachverlaufs sind schon bestens zu erkennen. Zwar haben dort, wo sich künftig der Rüenkolk seinen Weg bahnen wird, noch die Mitarbeiter der Firma Lodenkemper GmbH das Sagen. Schon in einigen Monaten fließt dort in einem neuen und naturnahen Bett der Bach in Richtung Werse.

Mit der Umgestaltung des Rüenkolks wird die Stadt Beckum gleich zwei Ziele in einem Abwasch erreichen: Die Verbesserung des Hochwasserschutzes und die naturnahe Gestaltung des Bachlaufs. Dafür fallen in dem jetzt in Angriff genommenen Bauabschnitt Kosten in Höhe von rund 500 000 Euro an.

Auf einer Gesamtlänge von etwa 500 Metern laufen derzeit die Arbeiten auf Hochtouren. Der Bachlauf zwischen dem Hochwasserrückhaltebecken am Baugebiet Pflaumenallee-Ost und dem Heinrich-Dormann-Zentrum am Südring wird umgebaut. Für die bislang verrohrten Teilstücke erhält der Rüenkolk wieder ein offenes Bachbett.

Begonnen hatten diese Arbeiten bereits in den Herbstferien am Südring. Dort wurde in einer dreiwöchigen Bauphase ein vergrößertes Kastenprofil unter der Straße eingebaut. Damit dürften auch die in der Vergangenheit hier aufgetretenen Hochwasserprobleme gelöst sein.

Jetzt laufen die Arbeiten auf dem Gelände des Heinrich-Dormann-Zentrums der Arbeiterwohlfahrt zwischen Seniorenheim und Awo-Begegnungsstätte. Hier entsteht für den bisher verrohrten Rüenkolk ein breites Bachbett, das mit einer Natursteinmauer aus Anröchter Kalkstein naturnah eingerahmt wird. Um auf dem Awo-Gelände zwei Übergänge über den Bach zu schaffen, sind zwei Durchlässe eingeplant. Zudem wird dieser Bachabschnitt zur Sicherheit mit einem Geländer versehen.

„In diesem Bereich findet die größte ökologische Veränderung und Aufwertung des stadtgeprägten Rüenkolks statt“, machte vor Ort Günter Faber vom Fachdienst Umwelt und Grün der Stadt Beckum im Gespräch mit der „Glocke“ deutlich. „Durch das Einsetzen von Pflanzen kann langfristig ein besseres Ökogerinne erzielt werden.“

Im kommenden Jahr gehen die Arbeiten im Bereich südlich des Südrings weiter. Dort können durch die Verlegung und Aufweitung des Bachbetts zwei der vorhandene Brücken abgebaut werden, die ansonsten erneuert werden müssten.

Bach durch Anröchter Kalkstein führen

Eine Schwergewichtsmauer aus Anröchter Kalkstein wird naturnah auf einer Strecke von etwa 130 Metern in die Erde gebracht. Mehr als 2000 Kubikmeter Boden müssen nach den Plänen des Ingenieurbüros Wolfgang Sowa aus Lippstadt auf dem Gelände des Beckumer Heinrich-Dormann-Zentrums am Südring ausgehoben werden. Auf einer Fläche von rund 2300 Quadratmetern stehen für die Mitarbeiter der beauftragten Ahlener Firma Lodenkemper GmbH Oberbodenarbeiten an. Zudem entstehen drei Durchlässe mit einer Breite von 1,50 Metern und einer Höhe von 1,25 Metern.

Diese notwendigen Arbeiten finden in einer engen Abstimmung mit dem Heinrich-Dormann-Zentrum statt. Schließlich muss gewährleistet sein, dass zum Beispiel die Rettungs- und Fluchtwege jederzeit frei sind und die Zuwege zum Awo-Seniorenzentrum zu benutzen sind. Somit sind die Abläufe mit dem Leiter des Seniorenzentrums, Klaus Kühn, ständig abgestimmt.

Auch in die Pläne zur Öffnung und Vergrößerung und zum naturnahen Ausbau des 130 Meter lange Rüenkolk-Teilstück waren und sind die Verantwortlichen des Heinrich-Dormann-Zentrums eingebunden, schließlich verläuft der Bach über das Gelände der Senioren-Einrichtung. Das Gewässer, das bisher verrohrt unter dem Boden verlief, dagegen ist im Eigentum der Stadt Beckum, die nun auch für die Renaturierung verantwortlich ist.

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