Sechs Jahre Haft nach Sex-Attacken
Sechs Jahre muss der 34-jährige Beckumer in Haft. Außerdem ordnete das Gericht seine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik an.

Die neunte Strafkammer sah es am Ende des Verfahrens als erwiesen an, dass sich der Beckumer einmal einer vollendeten Vergewaltigung schuldig gemacht hat. In einem weiteren Fall ging die Kammer von versuchter Vergewaltigung aus. Drei Angriffe auf Frauen, so legte der Vorsitzende in der Urteilsbegründung dar, bewertete das Gericht als sexuelle Nötigung, da der Angeklagte vor Umsetzung seiner Drohungen von den Frauen abließ. Die hinterrücks attackierten Opfer hatten jeweils leichtere Körperverletzungen erlitten, teils waren bei den Überfällen gefährliche Gegenstände zum Einsatz gekommen.

Was jedoch nach den Worten des Richters bedeutend schwerer wiegt, ist die Traumatisierung der betroffenen Frauen. Dezidiert ging er auf die schlimmen seelischen Folgen für die Opfer ein. Die erlitt auch die Zeugin, deren Fall dem Angeklagten nicht nachzuweisen war. Gleichzeitig war es das einzige der insgesamt acht angeklagten Delikte, das der 34-jährige nicht gestanden hatte. Verantwortlich ist er nach eigener Aussage damit auch für die beiden Überfälle, deren Verfolgung im Lauf der Verhandlung aus Rücksicht auf ein Opfer beziehungsweise aus rechtlichen Gründen vorläufig eingestellt worden war.

Der Vorsitzende Richter verwies in seiner Urteilsbegründung auf den schwierigen Lebensweg des Angeklagten, ohne dies als Entschuldigung für seine Taten gelten zu lassen. Die Kammer sei nach Kenntnisnahme des psychologischen Gutachtens von erheblich geminderter Schuldfähigkeit ausgegangen. Der durch die Experten bescheinigten langfristigen Therapiebedürftigkeit des schuldig Gesprochenen trug das Gericht mit der angeordneten Einweisung in die Psychiatrie Rechnung.

In seinem Plädoyer hatte der Vertreter der Staatsanwaltschaft zuvor sechseinhalb Jahre Haft gefordert. Dem schloss sich die Vertreterin der Nebenklage an. Bei der strafrechtlichen Bewertung der verhandelten Fälle stimmte ihnen auch der Verteidiger des Angeklagten in den meisten Punkten zu. Er hielt eine fünfjährige Freiheitsstrafe für angemessen.

Gegen das Urteil kann binnen einer Woche Revision eingelegt werden. Zu seinen Taten hatte der Angeklagte am Ende seines Prozesses selber nichts mehr zu sagen. Auf das letzte Wort vor dem Urteilsspruch verzichtete er mit einem Kopfschütteln.

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