Seniorentheater ein Jungbrunnen
Bild: Himmel
Der perfekte Mann wird gesucht: Die Seniorinnen (v. l.) Heidi Heuel, Ilse Müller, Maria Menne und Waltraud Proprenter-Nöth haben klare Vorstellungen, wie ein neuer Lebensabschnittspartner auszusehen hat.
Bild: Himmel

Dabei nehmen die Laienschauspieler das Leben im Alter mit seinen Nöten und Freuden humorvoll aufs Korn. Auch integrativ zu arbeiten, ist den jung gebliebenen älteren Semestern ein Anliegen. Und so hörte man am Sonntag Cindy und Berts Hit aus dem Jahre 1973 durch den Lautsprecher im großen Saal des St.-Joseph-Heims in Neubeckum. Dessen Bewohner mit zum Teil schweren Handicaps konnten es kaum erwarten, dass sich der Vorhang endlich öffnete. Ein erster Applaus wurde Wilfried Röhler, Leiter der Einrichtung, zuteil, als er zur Begrüßung die Bühne betrat.

Und dann ging es endlich los mit den älteren Herrschaften, deren Zukunft schließlich vom sonntäglichen Kaffeeklatsch im Wohnzimmer der Adelheid von Manningen geprägt wird. Die zügigen Umbaupausen des Stücks wurden mit Musik und einer Leinwandshow aus Fotos und Lebensweisheiten überbrückt. Mit ihren kurzen, aber einfühlsamen Dialogen spiegelten die Charakterdarsteller wider, was in die Jahre gekommene Menschen unterschiedlichen Geschlechts umtreibt, deren Bedürfnis, die letzten Lebensjahre aktiv und vielseitig zu gestalten, keineswegs nachlässt.

Von Ehemännern, die lieber in der Kneipe hocken, als ins Theater zu gehen, ist hier die Rede. Die Auswirkungen des Verlustes des geliebten Ehepartners werden dargestellt. Warum nicht im Alter einen Triathlon wagen, auch wenn’s dann mal weh tut? Ein ständig gleicher Tagesablauf, der vom eigenen Hund bestimmt wird, steht ebenso im Mittelpunkt wie die Suche nach dem perfekten Mann, der noch „gebacken“ werden muss. Zum guten Schluss denkt man darüber nach, gemeinsam eine Senioren-WG zu gründen. Das nach einer Idee von Wolfgang Stücker selbst inszenierte Theaterstück unter der Regie von Meike Wiemann löste Begeisterung aus.

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