Stadt-Mitarbeiter werden Kontrolleure
Neben den regulären Mitarbeitern im Außendienst des Ordnungsamts überwachen zurzeit 16 Stadt-Bedienstete aus anderen Fachdiensten die Kontaktbeschränkungen.

„Die Glocke“: Ist dieser Einsatz freiwillig oder werden die Mitarbeiterinnen verpflichtet?

Barbara Urch-Sengen: Es besteht bei dem allergrößten Teil der Mitarbeiterschaft eine hohe Bereitschaft, an der Bewältigung der Krise mitzuarbeiten. Das gilt insbesondere für diejenigen, die aufgrund der derzeit rechtlichen Einschränkungen in ihren Aufgabengebieten nicht alle ihre vertraglich notwendigen Stunden erbringen können. Das sind insbesondere Mitarbeiter in den Kindertageseinrichtungen, in den Schulen, aber auch aus dem städtischen Eigenbetrieb. Hier wurde aus Schutzgründen ein Schichtsystem eingerichtet, um so wenig wie möglich Kontakte untereinander hervorzurufen und die Schutzabstände einhalten zu können.

„Die Glocke“: Wie viele Mitarbeiterinnen sind oder waren bereits beteiligt?

Urch-Sengen: Außer dem eigentlichen Außendienst, der auch sonst zum Beispiel für den ruhenden Verkehr zuständig ist, sind es, auch über die Osterfeiertage, rund 16 Personen pro Tag, die zu unterschiedlichen Zeiten die Abstandsgebote in den Stadtteilen überprüfen. Dazu kommen weitere Mitarbeiter, die die Einhaltung der gewerblichen Auflagen kontrollieren, und die Überprüfungen der Einschränkungen aus den Quarantäneauflagen.

„Die Glocke“: Gibt es aus dem Kreis der Angesprochenen Widerspruch gegen die geänderte Verwendung?

Urch-Sengen: Die Mitarbeiter unserer Stadt sind in der Regel als Tarifbeschäftigte oder Beamte eingestellt. Bei diesem Personenkreis kann im Rahmen des Direktionsrechts auch eine andere Arbeit zugewiesen werden. Bisher bestand aber keine Notwendigkeit, eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter anzuweisen, die Kontrollen vorzunehmen.

Die Glocke“: Wird pädagogisches Personal für Überprüfungen speziell im Zusammenhang mit Kindern, etwa auf Spielplätzen, eingesetzt?

Urch-Sengen: Wenn die Kontrollzeiten mit den persönlichen Belangen der Mitarbeiter übereinstimmen, machen wir von dieser Fachkompetenz sowohl bei dem Kita-Personal als auch bei den Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern gerne Gebrauch.

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