Stadt dankt Schöffen und Schiedsleuten
Der Ratssaal im historischen Beckumer Rathaus, in dem in alter Zeit auch Recht gesprochen wurde, bildete einen würdigen Rahmen für den Neujahrsempfang.

Sie fanden sich am Freitagabend auf Einladung aus dem Beckumer Rathaus zum Gedankenaustausch mit Vertretern der Kommune im Stadtmuseum ein. Traditionell steht beim Empfang zum Jahresbeginn eine Gruppe für das Gemeinwohl engagierter Bürger im Mittelpunkt.

 Die ehrenamtlichen Richter und Schiedsleute, so hob Strothmann in seiner Begrüßungsansprache hervor, setzen sich unentgeltlich dafür ein, „dass anderen Menschen Recht widerfährt, dass Einigungen erzielt werden, die den beteiligten Parteien allein nicht möglich wären, dass die Judikative entlastet wird und die Menschen sich gerecht behandelt fühlen.“ Strothmann betonte, dass sich hinter jeder Entscheidung komplexe Einzelgeschichten und -schicksale verbergen: „Als gelernter Jurist sind mir solche Themen nicht vollkommen fremd, doch vor ihrer Tätigkeit ziehe ich meinen Hut.“

 Der Bürgermeister bezog sich auf ein chinesisches Sprichwort: „Wer Gesetze schafft, muss streng, wer Gesetze handhabt, muss milde sein.“ Darin offenbare sich der Unterschied zwischen Rechtsetzung und Rechtsprechung. Letztere erfordere Einfühlungsvermögen, eine hohe geistige Beweglichkeit, gute Menschenkenntnis, Lebenserfahrung und Verantwortungsbewusstsein, Unparteilichkeit, Selbstständigkeit und Reife im Urteil. Mit der Lebenswirklichkeit der Menschen seien gerade auch die Schiedsleute konfrontiert. „Es geht darum, dem Recht auf die Sprünge zu helfen, zu richten und zu schlichten“, unterstrich Strothmann, der in seiner Laudatio auch auf die bevorstehende Schöffenwahl hinwies.

Gesetzte Gäste bei den städtischen Neujahrsempfängen sind auch die Inhaber der Ehrenamts-Card. Stellvertretend für alle Empfänger dieser Auszeichnung im zurückliegenden Jahr dankte Strothmann Angelika Atzler, die im Stadtmuseum mitarbeitet.

 Für die stimmungsvolle musikalische Untermalung des Empfangs im historischen Beckumer Rathaus sorgte die Harfenistin Nora-Elisa Kahl aus Münster.

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