Stadt hilft, wo Dach überm Kopf fehlt
Bild: Krogmeier
In der städtischen Unterkunft am Hindenburgplatz finden Obdachlose bei Bedarf eine Übernachtungsmöglichkeit.
Bild: Krogmeier

Die Situation und der nicht einfache Alltag dieser Personengruppe stand jetzt während der Sitzung des Ausschusses für Inklusion, Frauen, Soziales, Wohnen und Ehrenamt im Blickpunkt. Herbert Essmeier, Leiter des Fachbereichs Jugend und Soziales in der Stadtverwaltung, informierte die Kommunalpolitiker über die aktuelle Lage in der Püttstadt.

Wohnungen für Obdachlose hingegen sind in Beckum nicht mehr vorhanden, nachdem die sogenannten „Schlichtwohnungen“ an der Neubeckumer Straße aufgelöst worden sind, machte Essmeier mit Blick auf die zwischenzeitlich abgerissenen Häuser deutlich.

Pro Jahr gehen bei der Verwaltung zwischen zehn und 15 Meldungen über anstehende Zwangsräumungen ein, berichtete der Fachbereichsleiter weiter. So werde zurzeit eine nichtsesshafte Frau in Beckum in einem Hotel untergebracht.

Essmeier hob hervor, dass der unfreiwillige und schutzlose Aufenthalt von Personen im Freien rechtlich eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstelle. Somit sei die Stadt verpflichtet, in diesen Fällen einzugreifen. Freiwillige Obdachlosigkeit sei dagegen nicht als eine solche Gefahr anzusehen, so dass in diesen Fällen auch nicht eingegriffen werde.

Welche Möglichkeiten hat nun eine Kommune, um obdachlosen Personen zu helfen? Hier nannte Essmeier drei Alternativen. Zum einen können die Menschen in einer städtischen Unterkunft untergebracht, zum anderen können sie in eine frühere Mietwohnung eingewiesen werden. Schließlich können auch andere Privatwohnungen genutzt werden.

 „Die Unterkünfte müssen in jedem Fall menschenwürdig und mindestens neun Quadratmeter groß sein“, führte Essmeier weiter aus. Zudem müsse eine Waschgelegenheit vorhanden sein. Auch Gemeinschaftsunterkünfte oder entsprechend ausgestattete Wohnwagen könnten als Wohnung in Betracht kommen.

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