Stadt sucht Partner zum Energiesparen
Öffentliche Gebäude kommen beim Energiespar-Contracting auf den Prüfstand. Die Sanierung technischer Anlagen durch einen Partner wird über erzielte Einnahmen refinanziert.

 Einstimmig hat der Rat bei zwei Enthaltungen in seiner jüngsten Sitzung für die Vorbereitung einer entsprechenden Ausschreibung votiert. Vorausgegangen waren diesem Schritt intensive Vorberatungen in den zuständigen Fachausschüssen.

Dort hatte Gutachter Dr. Harald Baedecker in zwei Terminen die Vorteile des Vertragsmodells beschrieben. Das sieht vor, dass notwendige Maßnahmen zur Erzielung von Energieeinsparungen nicht durch die Stadt selbst, sondern durch den „Contractor“ druchgeführt werden. Der wird im Gegenzug an den erzielten Einsparungen beteiligt. Diese wiederum werden im Vorfeld des Vertragsabschlusses im Rahmen einer Begutachtung der Liegenschaften und einer Bewertung der Energiesparpotenziale prognostiziert.

Erzielt werden können Kostenreduzierungen auf vielfältige Weise – etwa durch den Einbau neuer Heizungs- oder Beleuchtungsanlagen oder auch durch die Einführung eines Controllings. Über die vereinbarte Vertragslaufzeit hinweg kontrolliert und optimiert der Contractor die vorhandene Energietechnik.

 Im Gegenzug erhält er die prognostizierten Einsparungen. Werden diese unterschritten, geht dies zu Lasten des Contractors. Wird dagegen ein weiter reichender Energiespar-Effekt erzielt als vorhergesagt, kann der Überschuss je nach Vertragsgestaltung bei der Kommune verbleiben oder auch zwischen den Partnern aufgeteilt werden. Nach Ablauf des Vertrags sollen die wirtschaftlichen Vorteile der Stadt in vollem Umfang zugute kommen.

 Das Verfahren hat aus Sicht der Stadt im wesentlichen den Vorteil, dass Unterhaltungsinvestitionen nicht als einmalige Ausgaben im Ergebnisplan abgebildet werden müssen, sondern über mehrere Jahre „gestreckt“ werden können. In der Debatte geäußerte Wünsche der Kommunalpolitiker bezogen sich auf die Beteiligung der Energieversorgung Beckum und lokaler Unternehmen an den Maßnahmen. Kritisch wurde der Verlust eigener städtischer Kompetenz beim Betrieb von Energieanlagen gesehen.

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