Studie: Viele sind für  BE-Kennzeichen
Erinnerungen an alte Autofahrer-Zeiten wurden bei manchem Interview wach, das Florian Obermeier in der Nordstraße führte.

Worum es dem Heilbronner Studenten der Fachrichtung Tourismus-Management und seiner Kommilitonin Kathrin Maier thematisch geht, macht ein echter Hingucker deutlich: ein 1963er Opel Kapitän mit unübersehbarem BE-Kennzeichen parkt mitten in der Fußgängerzone. Allerdings sind die beiden Studenten nicht auf Unterschriftenfang, sondern sie befragen die Beckumer nach ihren Wünschen bezüglich einer Rückkehr zu den alten Autoschildern.

Die sind nach der kommunalen Gebietsreform 1975 nach und nach aus dem Straßenbild verschwunden. Der Stachel sitzt bei den Menschen in der ehemaligen Kreisstadt Beckum offenbar noch tief. „Der Windelen hat uns damals den Kreis weggenommen“, wettert eine ebenfalls etwas ältere Passantin über die Rolle des damaligen Bundestagsabgeordneten. Sie spricht sich ebenso für die Rückkehr der BE-Schilder aus wie eine Begleiterin: „BE war doch viel schöner.“

 Das findet auch eine junge Dame Jahrgang 1974, obwohl sie das alte Kennzeichen nur noch vom Auto ihres Opas kennt. Wen immer das junge Meinungsforscher-Team anspricht, es ergibt sich ein einheitliches Bild: „BE“ wird bei Befragten aller Altersstufen gewünscht, „WAF“ eher abgelehnt, in einem Fall sogar als „Hundegebell“ abgetan.

Genauere Resultate der Umfrage nennen die Interviewer am Ende ihrer Erhebung noch nicht. Anfang Juni werden durch das Stadtmarketing die Beckumer Werte der Studie bekannt gegeben. In Auftrag gegeben hat sie der Heilbronner Prof. Dr. Ralf Borchert, der sich für die Kennzeichenliberalisierung unter Marketing-Gesichtspunkten stark macht. „Städte verlieren mit dem eigenen Kfz-Kennzeichen ein Stück ihrer Außenwirkung“, weiß Borchert. „Auch wenn es sich nur um zwei oder drei Buchstaben handelt, entscheidend ist nicht zuletzt die Wertigkeit des Trägermediums.“ Sprich: des Kultobjekts Auto.

Florian Obermaier und Kathrin Meier haben am frühen Nachmittag ihre Mission erfüllt. Die Beckumer finden sie sehr nett und hilfsbereit. Wie das Resultat belegt: Mit knapp 300 ausgefüllten Fragebögen tritt das Forscherteam die Heimreise an.

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