Teures Glücksspiel: Inhaber zahlen mehr
Bild: Kalläne
Im Eingangsbereich des Kauflands in Beckum verkauft Renate Wesemann Lottoscheine. Hier ist eine von zwei Lotto-Annahmestellen von Christian Thiele.
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Christian Thiele, der zwei Annahmestellen in Beckum betreibt, findet das eine Unverschämtheit. Wer eine Lotto-Annahmestelle eröffnen möchte, muss von nun an mehr Geld mitbringen. 1250 Euro verlangt die Genehmigungsbehörde, in dem Fall die zuständige Bezirksregierung, für eine Fünf-Jahres-Lizenz.

Doch die Gebührenerhöhung sei nicht mit dem Aufwand der Bezirksregierung zu rechtfertigen, meint Christian Thiele. Ihm gehört die Annahmestelle im Edeka. Eine weitere Annahmestelle von ihm befindet sich im Eingangsbereich des Kauflands. Er kritisiert, dass das Geschäft mit Wetten nicht von solchen Preisen betroffen sei, genauso wie Glücksspiel im Internet.

„Ich muss die Anhebung so hinnehmen“, meint Thiele, gibt aber zu bedenken, dass auch jährlich ein polizeiliches Führungszeugnis sowie ein Auszug aus dem Gewerbe-Zentralregister von Nöten seien, um eine Annahmestelle zu betreiben. Das seien zusätzliche Kosten, die regelmäßig auf ihn zu kämen.

„Es betrifft mal wieder die Kleinen“

Das grüne Lotto-Symbol leuchtet auch über dem Kiosk von Christiane Westphal in Beckum. Seit elf Jahren betreibt sie den Kiosk mit Lotto-Annahmestelle an der Stromberger Straße. Direkt am Eingang stehen die Lotto-Scheine aufgereiht auf einem Stehtisch. „Es betrifft mal wieder die Kleinen“, sagt sie enttäuscht von der Erhöhung.

1250 Euro für eine Fünf-Jahres-Lizenz sei eine Menge Geld – ihrer Meinung nach würden sich einige Inhaber nun genauer überlegen, ob es sich noch weiterhin für sie lohnt. Bis 2017 hat Christiane Westphal ihre Lizenz erstmal bezahlt. Danach würde sie weitersehen. Sie setzt aber auch auf den Widerstand des Lotto- und Totoverbands der Annahmestelleninhaber gegen die Erhöhung.

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