ThyssenKrupp Zement baut 150 Stellen ab
Die Folgen der Corona-Pandemie erreichen den Zementanlagenbau bei ThyssenKrupp in Neubeckum und Ennigerloh. 150 Stellen werden abgebaut.

Bereits vor der Corona-Krise sei die Sparte durch einen rückläufigen Auftragseingang und starken Wettbewerbs- und Preisdruck geprägt gewesen, heißt es in der Erklärung. Und weiter: „Wir erwarten, dass langfristig die Auftragslage auf einem niedrigeren Niveau als in der Vergangenheit liegen wird. Zudem hat sich dieses schwierige Marktumfeld durch die aktuelle Corona Pandemie weiter eingetrübt.“ Die zunehmende Nachfrage nach „grünen“ Produkten zur Reduzierung der Emissionen, des Energiebedarfs und der eingesetzten Ressourcen bei der Zementherstellung könne diese Entwicklung noch nicht voll kompensieren, bedauert die Geschäftsleitung. Der Geschäftsbereich Zement von Thyssenkrupp werde daher seine Kapazitäten im Neubaugeschäft an das nachhaltig niedrigere Auftragsniveau anpassen.

Weltweit rund 400 Stellen betroffen

Weltweit, so erklärt das Unternehmen, sind rund 400 Stellen betroffen. Auf den Standort Münsterland entfielen hiervon rund 150 Arbeitsplätze. Der Personalabbau soll bis spätestens zum Ende des Geschäftsjahres 2020/21 bis Anfang Oktober nächsten Jahres abgeschlossen sein. „Der notwendige Personalabbau fällt uns sehr schwer, ist aber zur weiteren Sicherung der Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens unumgänglich. Alle Maßnahmen werden verantwortungsvoll und mit größtmöglichem Augenmaß umgesetzt“, wird Pablo Hofelich, CEO (Chief Executive Officer) des Zementbereichs von Thyssenkrupp, in der Erklärung zitiert.

Sozialplan wurde festgelegt

Mit der Anpassung der Kapazitäten stelle sich das Unternehmen neu auf. Laut Hofelich möchte Thyssenkrupp besonders auf ein starkes Servicegeschäft, Produkte für eine umweltfreundlichere und nachhaltigere Zementproduktion sowie die Digitalisierung der gesamten Prozesskette setzen. Mit den Arbeitnehmervertretern wurde eine Rahmenvereinbarung und ein Sozialplan zur sozialverträglichen Umsetzung der Kapazitätsanpassungen am Standort Münsterland abgeschlossen, wie der Konzern weiter erklärt.

„Auf betriebsbedingte Kündigungen soll – wenn irgend möglich – verzichtet werden“, heißt es. Neben der Suche nach alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten bei Thyssenkrupp beinhalte der abgeschlossene Sozialplan unter anderem auch Abfindungsregelungen beim freiwilligen Austritt aus dem Unternehmen sowie die Möglichkeit zum Wechsel in eine Transfergesellschaft

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