Umbau der Kettelerschule wird teurer
Bild: Biefang
Tief in die Tasche greifen muss die Stadt Beckum für den Umbau der Kettelerschule. Damit dort zwei Grundschulen einziehen können, muss das Gebäude umfangreich umgebaut werden. Kosten: 964 000 Euro – aufgeteilt in die Haushaltsjahre 2020 und 2021.
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Die Eltern der Schüler aus der auslaufenden Paul-Gerhardt-Schule und der Eichendorffschule hatten in der Vergangenheit mehrfach Kritik bezüglich des Umbaus geäußert („Die Glocke“ berichtete). Obwohl die Stadtverwaltung mit den jetzigen Planungen vielen Wünschen der Eltern entspricht, hatten einige Vertreter der Elternschaft in der jüngsten Ratssitzung immer noch moniert, dass der Schulhof zu klein für alle Spielgeräte und der ehemalige Grundschulstandort, das zweite Gebäude, nicht barrierefrei sei.

Ursprünglich eingeplanten Mittel reichen nicht aus

Ursprünglich hatte die Stadt im Haushaltsplan 2020 für den Umbau rund 334 000 Euro eingestellt. Mit diesem Budget kommt die Verwaltung, sofern sie alle Änderungswünsche realisieren will, noch lange nicht aus. Die neue Kalkulation hat es in sich. Unter anderem soll ein Aufzug (125 000 Euro) den barrierefreien Zugang zum Hauptgebäude garantieren. Im Bereich Hochbau kommen 96 300 Euro hinzu, für das Produktkonto „Bewirtschaftung der Grundstücke und baulichen Anlagen“ werden weitere 168 700 Euro eingestellt.

16 Klassen am neuen Standort

Der zentrale Grundschulstandort an der Lippborger Straße in Beckum soll vierzügig werden, es entstehen also 16 Klassen. Bei den Schülerzahlen ist noch Luft nach oben. Denn insbesondere am ehemaligen Grundschulstandort sind noch genügend Ausweichräume vorhanden. Im Erdgeschoss des großen Hauptgebäudes soll die Offene Ganztagsschule (OGS) untergebracht werden. Jeweils vier Klassenräume werden im ersten und zweiten Obergeschoss realisiert. Platz für vier weitere Räume findet sich im Dachgeschoss. Zu jedem Klassenzimmer gehört ein Nebenraum. Darüber hinaus sollen nach Wunsch von Eltern und Schulleitungen die großen Flure mit Glaswänden abgetrennt werden, sodass zusätzlich Platz für Aktivitäten entsteht.

Umbau ohne Neuverschuldung möglich

Die Planungen werden sowohl heute als auch am Donnerstag kommender Woche in den jeweiligen Fachausschüssen präsentiert. Ob die Politiker grünes Licht für die erhebliche Mehrinvestition geben, bleibt abzuwarten. Bürgermeister Karl-Uwe Strothmann erklärte jedoch gegenüber der „Glocke“, der Umbau sei ohne Neuverschuldung möglich. Am morgigen Donnerstag findet ein runder Tisch mit Vertretern der Schulen, der Stadtverwaltung sowie mit Experten für Denkmal- und Brandschutz statt.

Hintergrund

Der Rat der Stadt Beckum hat in seiner Sitzung am 12. Juli dieses Jahres beschlossen, dass die Eichendorffschule und die Paul-Gerhardt-Schule umziehen. Beide Einrichtungen werden am Standort der ehemaligen Kettelerschule im Sommer 2021 zu einem gemeinsamen Grundschulstandort zusammengeführt. Die Paul-Gerhardt-Schule wird nach Beschluss des Rates der Stadt Beckum vom 4. Juni bereits im Sommer 2020 umziehen. Hintergrund dieser Beschlussfassung ist der beabsichtigte Verkauf des Gebäudes der Paul-Gerhardt-Schule an den Kreis Warendorf, der dort den Teilstandort Beckum der Astrid-Lindgren-Schule, Förderschule für Lernen und Sprache, unterbringen wird.

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