Verwirrspiel um Killer und Opfer
Ein Versuch zu überleben oder echte plötzliche Zuneigung zu Toni (Andreas Meschede) ? Kati Peterleweling (als Maggie) gelang es, die Frage offen zu halten.

Und wieder, wie wohl schon einmal vor zwölf Jahren, dankte das Publikum mit begeistertem Beifall.

Wer bringt wen um und warum? Die Auswahl für eine Antwort ist nur durch die Zahl der möglichen Akteure begrenzt: Ist es Tony, ein Auftragskiller, der in eine Luxusvilla eindringt, um im Auftrag des Ehemanns die Ehefrau zu erschießen? Oder tötet diese sich selbst oder ihren Auftragsmörder in dessen schwachem Augenblick? Oder gar ihren Ehemann? Oder erschießt der Gangster am Ende doch noch den Ehemann oder beide Ehegatten?

Der Weg zur Lösung dieser Probleme ist lang. Endlose Gespräche, erst zwischen Killer und „Maggie“, der Ehefrau und dann zwischen ihr und Jack, dem Ehemann. Pseudodramatische Dialoge, vollgestopft mit Weisheiten über Liebe, Treue und Tod. Über Untreue, Schuld und Sex. Angereichert mit überraschenden Pointen, die das Ganze immerhin erträglich machen. Die drei Darsteller leisteten Samstag Schwerarbeit. Tony, der Killer, war eine Paraderolle für Andreas Meschede. Er machte selbst die Klischees glaubhaft, die seiner Figur vom Autor mitgegeben werden. Zeigte sich als der coole Gangster, als der von Gewissensbissen zerfressene Mörder, als der Weise, der auf schnodderige Art Leben und Liebe durchschaut hat.

Kati Peterleweling als Margret blieb bei aller Dramatik in ihrer Rolle zunächst verhalten. Und vor allem undurchschaubar: War sie wirklich die frustrierte Selbstmordgefährdete? Spielte sie wirklich ein Doppelspiel? Es gelang ihr hervorragend, die Fragen offen zu halten. Selbst ein kurzzeitiges Zurückfinden zu Jack, ihrem Mann, man glaubte es ihr.

Und Jack? Gar nicht so einfach, dessen Gratwanderung zwischen gespielter Ahnungslosigkeit und kalkulierter Erfolgssucht, um jeden Preis an das Publikum zu vermitteln. Hubert Ruhmann behielt die Balance. Er schlängelte sich gekonnt durch Passagen vorgetäuschter Unschuld, sann nicht ohne Stolz über Geschäftserfolge nach. Ließ Rechtfertigungen von Untreue als lebensecht erscheinen. Gratulation zu einer außerordentlichen schauspielerischen Leistung des kleinen Ensembles .

Wer am Samstag nicht Zeuge davon war, dem seien die weiteren Aufführungen am 11., 12. Und 13. Oktober ans Herz gelegt.

SOCIAL BOOKMARKS