Volksbank gewährt fünf Prozent Dividende
Ehrung für die künftigen Ruheständler: (v. l.) Vorstand Stefan Hoffmann, Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Klaus Wessel, Rudolf Vennewald, Ralf Niehüser und Vorstand Dirk Komitsch. Bilder: Clauser

 Zufrieden mit diesem Ergebnis zeigte sich auch der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Klaus Wessel. Das Kundengesamtvolumen konnte laut Vorstand auf 1,15 Milliarden Euro gesteigert werden. Die Bilanzsumme für das Jahr 2010 beläuft sich auf 535 Millionen. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einen leichten Rückgang um 0,9 Prozent. An die Kunden im Geschäftsgebiet der Bank wurden Kredite in Höhe von insgesamt 345 Millionen Euro vergeben. Damit wirkte die Volksbank nach den Worten Komitschs in der Finanzmarktkrise stabilisierend.

Zuwachs im landwirtschaftlichen Bereich

Besonders im landwirtschaftlichen Bereich verzeichnete die Bank einen starken Zuwachs. Dieser Sektor stellte mit 15,5 Prozent den höchsten Anteil an gewerblichen Kundenforderungen. Die Kundeneinlagen wuchsen im Jahr 2010 um 3,2 Prozent auf 368 Millionen Euro an. Die Kunden wählten überwiegend Produkte mit einer längeren Laufzeit, was zu einem Anstieg der Spareinlagen um 11 Millionen Euro führte.

Auch das Geschäft mit den Verbundpartnern verlief aus Sicht der Bank erfreulich, wie aus dem Geschäftsbericht hervor geht. 988 Bausparverträge und 438 Lebensversicherungen wurden vermittelt. Im Jahr 2010 zählte die Volksbank Beckum 22 808 Mitglieder und damit 117 Vertreter.

Gremiensitzungen bewährt

Gute Erfahrungen sammelte die Bank nach eigenem Bekunden mit den neu eingeführten regionalen Gremiensitzungen, mit denen ein weiteres Instrument für die Mitbestimmung und Mitgestaltung zur Verfügung stehe. Über 200 000 Euro stellte die Volksbank Beckum für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung und unterstützte mehr als 300 Projekte. Sie beschäftigte 154 Mitarbeiter und ermöglichte 13 Nachwuchskräften eine Ausbildung.

Kritik an Steuerplänen

Die Pläne zur Erhöhung der Gewerbesteuer stoßen auch bei der Volksbank Beckum nicht auf Beifall. Das machte Vorstand Dirk Komitsch im weiteren Verlauf der Versammlung deutlich. 1,4 Millionen Euro, so erfuhr die Mitgliedervertretung, hat die Bank im vergangenen Jahr für Steuerzahlungen aufgewandt. Rund 75 000 Euro mehr würden es, wenn die aktuellen Anpassungspläne nächste Woche im Rat beschlossen würden. Kein gutes Signal an potenziell ansiedlungswillige Unternehmen, wie Komitsch und sein Vorstandskollege Stefan Hoffmann beim Vortrag des Geschäftsberichts zu bedenken gaben. „Das sehen wir mit Skepsis“, kommentierte Komitsch die Steuerpläne, die Beckum zu „einer der teuersten Kommunen in Nordrhein-Westfalen“ machen würden.

Bauherren zurückhaltend

Die Vorstände kamen auch auf das leicht rückläufige Kreditgeschäft zu sprechen. Neben nationalen und globalen Einflussungsfaktoren spielte dabei auch die Zurückhaltung bei privaten Bauvorhaben eine Rolle. Man teile nicht unbedingt die Euphorie der Stadt, etwa bezüglich des guten Fortschritts bei der Vermarktung des Baugebiets „Pflaumenallee Ost“. Vieles dort sei noch unbebaut. Und keineswegs erleichtert werde der Grundstücksverkauf angesichts von 100 Gebrauchtimmobilien, die gegenwärtig in Beckum einen Käufer suchten.

Aufsichtsräte wiedergewählt

Völlig unstrittig blieben die Personalentscheidungen bei der Vertreterversammlung. Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Klaus Wessel und Aufsichtsrat Hans Münstermann wurden einstimmig als Mitglieder des Gremiums bestätigt, nachdem Vorstand und Aufsichtsrat zuvor ebenfalls einmütig entlastet worden waren.

Ehrung für verdiente Mitarbeiter

Eine besondere Ehrung wurde den beiden leitenden Mitarbeitern Ralf Niehüser und Rudolf Vennewald zuteil. Beide scheiden nach jahrzehntelanger Mitarbeit aus den Diensten der Volksbank aus. Hoffmann und Komitsch würdigten Treue und Engagement der Kollegen, die mit viel Applaus verabschiedet wurden.

Den letzten Teil der Veranstaltung bestritt der Schauspieler, Musiker und Regisseur Günter Burchert, der als Heinz-Erhardt-Rezitator mit humoristischen Klassikern glänzte, aber auch mit einer Max-und-Moritz-Interpretation in waschechtem Ruhrpott-Deutsch zum Schluss für Vergnügen sorgte.

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