Vorhandene Barrieren überwinden
Bild: Krogmeier
Erste Kontakte knüpften am Mittwoch die Schüler der zehnten Klassen des Albertus-Magnus-Gymnasiums mit den Schülern der Vinzenz-von-Paul-Schule in der Bauerschaft Holter.
Bild: Krogmeier

Im Religionsunterricht der zehnten Klassen hatten sich die AMG-Schüler zuvor in einem Projekt mit dem Thema „Präimplantation“ beschäftigt. Dabei kamen auch die Probleme, mit denen Menschen mit Behinderungen täglich leben müssen, ausführlich zur Sprache. Auch auf die Schwierigkeiten in den Familien ging man ein.

„Viele der Schüler hatten dazu bisher keine Beziehungen“, machte dazu Dr. Oliver Rothe, pastoraler Mitarbeiter der Propsteigemeinde St. Stephanus und AMG-Religionslehrer, im Gespräch mit der „Glocke“ deutlich. Daher wurde vorgeschlagen, einen Besuch in der Vinzenz-von-Paul-Schule zu organisieren und einen Vormittag gemeinsam mit den in der Bauerschaft Holter unterrichteten behinderten Schülern zu verbringen.

Am Mittwoch nun wurde der Plan gemeinsam mit den Lehrern Karl-Heinz Klaus (Vinzenz-von-Paul-Schule) und Tobias Lethen (AMG) in die Praxis umgesetzt. Zunächst lernten sich die Jugendlichen beider Schulen bei einem Kicker-Turnier kennen. Dabei wurde natürlich in gemischten Teams gespielt. Anschließend ging es zum gemeinsamen Waffeln backen. Schließlich stand für die beiden Gruppen eine Besichtigung des Schule auf dem Programm.

„Am Anfang war eine gewisse Distanz vorhanden“, berichteten die beiden AMG-Schülerinnen Rilca Agnesens und Alissa Platte im Gespräch mit der „Glocke“ von ihren Erfahrungen im für sie neuen Schulumfeld. Zu Beginn sei das Treffen für sie noch ungewohnt gewesen, man sei auf beiden Seiten etwas unsicher gewesen. „Beim Kicker-Turnier wurde das schnell lockerer, wir konnten dann sehr gut miteinander umgehen“, fügten die beiden Zehntklässlerinnen an. „Es ist eine tolle Erfahrung für uns“, berichteten Agnesens und Platte.

„Wir haben das Ziel, langfristige Kontakte zwischen den beiden Schulen aufzubauen“, fasste Dr. Oliver Rothe die  gemachten Erfahrungen zusammen, „wir wollen vorhandene Barrieren überwinden.“

Hintergrund

Die Vinzenz-von-Paul-Schule nimmt Kinder und Jugendliche mit einer geistigen Behinderung auf. Dazu zählen auch schwerstbehinderte Schüler. Diese weisen häufig folgende Behinderungen auf: frühkindliche Hirnschäden Down-Syndrom Anfallsleiden starke Entwicklungs- und Wahrnehmungsstörungen und schwere Mehrfachbehinderungen. Die Schule wird durchschnittlich von 150 Schülern im Alter zwischen sechs und 20 Jahren besucht. Die meisten Schüler wohnen bei den Eltern, einem Elternteil oder bei Pflegeeltern. Einige wohnen in einem Beckumer Kinder- und Jugendheim. Die Klassen sind zwischen acht und 13 Schüler stark und sind stufengebunden untergebracht, um klassenübergreifenden Unterricht zu ermöglichen. Die Schule wird als Ganztagsschule in einer Fünf-Tage-Woche geführt. Das Schulgebäude ist in mehrere Bereiche unterteilt und besteht aus insgesamt vier Gebäudetrakten. Schulleiter Thomas Feldmann und sein Stellvertreter Christian Steinhaus leiten die Vinzenz-von-Paul-Schule. Träger ist der Caritas-Verband für den Kreis Warendorf.

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