Was Titus Dittmann ins Rollen bringt
Karriere und Philosophie von Titus Dittmann sind untrennbar mit dem Rollbrett verbunden.

Der münstersche Gast kam beim 152. Höxberg-Gespräch am Dienstagabend zu anderen Definitionen. „Mut ist, wenn man es trotzdem macht“, so die Generalthese des Mannes, der nicht allein mit dem Skateboard-Handel, sondern mit der Kreation und der Vermarktung einer ganzen Jugendkultur Furore gemacht hat.

Locker, ohne Manuskript plauderte Titus Dittmann nach der Begrüßung durch azb-Geschäftsführer Jochen Klein über seine beruflichen Anfänge als Pädagoge, den Mut zur radikalen Umorientierung und den Aufstieg zum Chef der international führenden Unternehmensgruppe rund um den Rollsport. Dem in den Jahren der Finanzkrise nach einem verunglückten Börsengang dann der Absturz bis kurz vor die totale Pleite folgte, wie der 66-jährige Referent keineswegs verschwieg.

Dennoch, auch den Weg zurück aus der Sackgasse fand der mutige Dittmann, der sich früher bereits Herausforderungen wie dem Durchqueren der Sahara in einer Ente oder dem Sprung auf dem Board aus dem Flugzeug gestellt hatte. 2009 konnte er sein konsolidiertes Unternehmen an Sohn Julius weitergeben, um sich fortan neuen Zielen zu widmen. Der Münsteraner gründete die Stiftung „Skate Aid“, die sich die Hilfe für Kinder in Krisen- und Armutsregionen der Erde zum Ziel gesetzt hat.

Ob Afrika oder Afghanistan: Dittmanns Rezept scheint einfach. Er finanziert aus Stiftungsmitteln Skater-Parks und macht Kinder mit dem Rollsport vertraut. Denn der ist nach seiner Überzeugung das ideale Mittel zur Selbstsozialisation, eine Domäne der Jugend, die sich in Sachen Durchsetzungsvermögen, Kreativität und Beharrlichkeit auf dem Board fürs Leben schulen kann. „Wir nennen das ,Street-Abi’“, beschrieb Dittmann den pädagogischen Hintergrund der Jugendkultur auf Rädern. Zuhause in Münster konzentriert sich der bekennende Zappelphilipp derzeit auf das Projekt „Skaten statt Ritalin“ für hyperaktive Kinder.

Sein Beckumer Publikum wusste der Referent mit seiner Philosophie zu überzeugen, wie sowohl der freundliche Applaus als auch interessierte Nachfragen zeigten.

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