Welle der Hilfsbereitschaft für Nazli
Gemeinsam für Nazli engagiert: (v. l.) Günther Wiedeking, Kadir Akboga, Heinz-Josef Wiedeking, Mirsel Öztürk, Dr. Karl-Uwe Strothmann, Nurten Akboga, und Emel Tahta-Lehmann.

Noch bevor sie ein Antrag auffinanzielle Hilfe erreicht hatte, handelte die Wiedeking-Stiftung. Nachdem über Nazlis Fall berichtet worden war, entschlossen sich die Verantwortlichen umgehend, die kostspielige Reihenuntersuchung am 31. März in der Käthe-Kollwitz-Schule mit 5000 Euro zu unterstützen.

Am Dienstag übergaben Günther und Heinz-Josef Wiedeking den Spendenscheck an Nazlis Eltern Kadir und Nurten Akboga. Schirmherr und Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann, der aus diesem Anlass auch Mirsel Öztürk vom Neubeckumer Moscheeverein und Emel Tahta-Lehmann vom Deutschen Knochenmarkspenderegister (DKMS) ins Rathaus gebeten hatte, zeigte sich hoch erfreut über die Hilfsbereitschaft der Mitbürger.

Die drückt sich nicht allein in finanzieller Hinsicht aus. Zahlreiche Freiwillige haben sich inzwischen zur Unterstützung der Typisierungsaktion gemeldet. 150 Schreiber, Pflegekräfte und Ärzte werden vor Ort sein, um Registrierung und Blutabnahme reibungslos zu organisieren. Das Freizeithaus Neubeckum sorgt für Kinderbetreuung, Nazlis Schule backt Waffeln, und das Rote Kreuz schenkt Kaffee aus, wie Mirsel Öztürk berichtet. Sie ist gemeinsam mit Freunden von den Oelder Moscheen aktiv, um die Typisierungsaktion zu einem Erfolg werden zu lassen.

Auch die Feuerwehr und die katholischen Kindertageseinrichtungen in Neubeckum möchten ihren Beitrag leisten. Die Kita Don-Bosco, die Nazli bis zu ihrer Einschulung besucht hat, ruft zur Unterstützung auf und weist darauf hin, dass in allen katholischen Einrichtungen Sammelbüchsen aufgestellt worden sind.

In der Stadtverwaltung Beckum wurde am Tag des Warnstreiks im öffentlichen Dienst gesammelt, und auch die Firma Eternit bittet um Spenden.

Bisher sind zusammen mit der Zuwendung der Wiedeking-Stiftung rund 10 000 Euro zusammengekommen, wie Emel Tahta-Lehmann berichtet. Genug, um die Blutuntersuchung von 200 Personen zu bezahlen. Erwartet werden am Samstag zwischen 10 und 17 Uhr aber bis zu zehn Mal so viele potenzielle Knochenmarkspender. Die Organisatorinnen hoffen, dass viele Türkischstämmige darunter sein werden. Die erforderliche hundertprozentige Gewebeübereinstimmung ist in ihrem Fall wahrscheinlicher.

Am Samstag soll in Anbetracht des erwarteten Andrangs der Bereich Friedrich-von-Bodelschwingh-Straße/Turmstraße zwischen Vellerner Straße und Im Südfelde von 10 bis 18 Uhr voll gesperrt werden, wie die Verwaltung ankündigt. Der Abschnitt Turmstraße/Kirchstraße wird als Einbahn in Richtung Martin-Luther-Straße ausgewiesen. Parkplätze für alle, die auf die Anfahrt mit Autos angewiesen sind, sollen bei Polysius, an der Moschee und bei Bedarf bei Eternit für die Spender freigehalten werden.

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