„Würfelbrot“ thematisiert das Anderssein
Foto: Himmel
Viel Beifall erhielten die Schauspieler des Brille-Theaters Witten für das Lehrstück „Würfelbrot“, das am Donnerstag im Rahmen der Reihe „Frischluftkultur“ für Kinder im Garten des Ständehauses in Beckum auf die Bühne gebracht wurde.
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Dass es sich jedoch um keine Krankheit handelt, sondern nur um das Anderssein als andere Menschen, haben drei Schauspieler des Brille-Theaters Witten mit dem Theaterstück „Würfelbrot“ am Donnerstag tiefgründig und lustig auf die Freilichtbühne im Garten vor dem Ständehaus gebracht. 

Schauspieler laufen zu Hochform auf

Gleich zwei Aufführungen meisterten Meike Wiemann als Elsa, Gabriel Schunk als Valentin und Jörg Peter als Onkel Walter aus Anlass der „Frischluftkultur-Veranstaltungsreihe“. Alle drei liefen im Verlauf des 45-minütigen Spiels zur Hochform auf. Den schwierigsten Part hatte sicher Gabriel Schunk übernommen, der Verhaltensmuster und Sprachspektrum eines Autisten perfekt verkörperte. Toll auch die pantomimischen Szenen, als sich Elsa und Valentin prügeln, weil beiden ob ihres jeweiligen Andersseins die Nerven durchgehen. Tanzen und Musik an sich lösen bei Autisten Blockaden. Auch das lernten die Zuschauer. 

Lehrstück zeigt Wirkung

Für Kinder zwischen fünf und 13 Jahren war das Lehrstück ausgelegt. Hatte jedoch bestimmt auch seine Wirkung beim Publikum der erwachsenen Begleitpersonen. Verpackt in eine Abenteuergeschichte, lernten also Klein und Groß die Gedankenwelt des Jungen Valentin kennen, der aus heiterem Himmel auf unbestimmte Zeit bei seinem Onkel Walter und Cousine Elsa hereinschneit. Während Onkel Walter ruhig bleibt und sich an die Anweisungen seiner Schwester Lisa hält, die in den Urlaub gefahren ist, benötigt Elsa länger, um auf Abstand fröhlichen Kontakt zu Valentin aufzunehmen. Denn Valentin isst nur bestimmte Lebensmittel. Die täglichen und wöchentlichen Mahlzeiten sind festgelegt. Sonst flippt er aus. Auch antwortet Valentin auf Fragen nur mit wenigen Worten und wiederholt sich immerzu. 

„Was ist eigentlich normal?“

Schließlich bestehen alle drei zusammen dennoch das Abenteuer Höhlenexpedition, um die sich die Geschichte rankt. Am Ende stellte sich die Frage: „Was ist eigentlich normal?“ Die richtigen Antworten darauf zu geben, war sicher eine Herausforderung für alle Eltern und Erzieher vor Ort.

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