ZDF-Wettermann beleuchtet Klimawandel
Ursachen und Folgen des Klimawandels beleuchtete ZDF-Wetterexperte Dr. Gunther Tiersch beim 147. Höxberg-Gespräch.

Kein frei erfundenes Horrorspektakel, sondern ein durchaus realistisches Szenario der nahen Zukunft, wie es Dr. Gunther Tiersch als Gastredner beim 147. Höxberg-Gespräch entwarf. „Der Klimawandel – Risiken und Anpassung“ lautete das Thema des prominenten ZDF-Wettermoderators, der mehr als 500 Zuhörer in die Aula des Berufskollegs lockte.

Dort hieß Dr. Jürgen Winkelmann, als Vorsitzender des Arbeitsgeberverbandes Zement und Baustoffe in der Gastgeberrolle, den Diplom-Meteorologen angesichts seiner langjährigen Fernsehpräsenz als sozusagen alten Bekannten willkommen.

Vorboten eines veränderten Klimas

Nach Beispielen für außerordentliche Wetterphänomene, die mit dem Klimawandel einhergehen, brauchte Tiersch nicht lange zu suchen. Das von den Medien unterschätzte Orkantief „Christian“ aus der vergangenen Woche, der auch in Beckum verheerende Hagelschlag dieses Sommers oder ein weiteres Jahrhundert-Hochwasser im Frühjahr – alles Vorboten sich verändernder klimatischer Verhältnisse. Dabei steigen weltweit die Temperaturen seit 1910, wie Tiersch seinem Publikum erklärte.

Allein von 1990 bis 2060, so seine Progrnose, wird die Durchschnittstemperatur um zwei bis drei Grad Celsius angestiegen sein. Hitzewellen, Trockenperioden, Starkniederschläge und Hochwasser sowie stärkere Stürme und Tronados werde das in hiesigen Breiten hervorrufen. Global ist mit dem Anstieg des Meeresspiegwels um einen Meter, der Zerstörung von Biotopen und der Versauerung der Meere durch CO2-Eintrag zu rechnen. Eine der fatalen Folgen aus Tierschs Sicht: Kriege um Wasser und Energie werden zunehmen.

Die Senkung des CO2-Ausstoßes um 85 Prozent bis 2050 wird nach Ansicht des Meteorologen nicht zu erreichen sein, um eine Erwärmung von mehr als zwei Grad zu verhindern. Tiersch nannte Rezepte zur Milderung des mindestens zur Hälfte vom Menschen verursachten Klimawandels: Energie sparen, Rohstoffverbrauch reduzieren, regionale Produkte bevorzugen und öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Nicht zu vergessen: andere zum Mitmachen motivieren.

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